Der letzte Tannhäuser?
Katastrophal. Man hört dieses Wort oft, wenn man derzeit mit Theaterleuten in Mecklenburg-Vorpommern spricht. Zu oft, um es als Jammerruf oder Panikmache empfindlicher Künstlerseelen abzuhaken. Es sieht tatsächlich nicht gut aus für die Bühnen zwischen Stralsund und Greifswald, Schwerin und Rostock, Neubrandenburg und Anklam. Anfang der neunziger Jahre hat das Land die Zuwendungen eingefroren. Und mehr als die 35,8 Millionen Euro, die seitdem in den Haushalt eingestellt sind, soll es auch bis 2020 nicht geben.
Tariferhöhungen? Steigende Preise für Energie und Material? Dafür sollen die Theater selbst geradestehen. Mehr Karten verkaufen, effizienter arbeiten, die Kosten drücken. Sparen lasse sich immer irgendwo, tönte es auch aus den Kommunen und Kreisen, wenn das Geld mal wieder knapp wurde. Fast zwei Jahrzehnte geht das nun schon so. Die Folge: eine schleichende Auszehrung, die irgendwann zum Kollaps führen muss.
Das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin, Flaggschiff der angeschlagenen Theaterflotte im dünn besiedelten Nordosten Deutschlands, könnte schon bald auf Grund laufen. Im November 2011 stand das zum 125-jährigen Betriebsjubiläum gerade erst fein herausgeputzte Haus am ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Albrecht Thiemann
Der 1957 geborene englische Komponist Simon Wills hat offenbar, wie viele seiner britischen Kollegen, ein unverkrampftes Verhältnis zur Tradition. Als «Opera buffa» bezeichnet er seine neueste Oper. «The Stolen Smells» ist ein Auftragswerk des Luzerner Theaters und des NDR. In Luzern fand die Uraufführung statt, in der Regie des Luzerner Intendanten Dominique...
Keine Frage: Als gute, alte Tante wird die Oper das 21. Jahrhundert allenfalls im Museum überleben. Wenn immer nur die gleichen fünfzig oder sechzig Stücke den Spielplan prägen, ist die Mumifizierung der Gattung vorprogrammiert. Da kann die post-dramatische Regie noch so kühn Händel und Mozart, Verdi und Wagner oder Puccini und Strauss auseinandernehmen – der...
Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, besser bekannt und gefürchtet als Stalin, der «Stählerne», hatte ein zu kurzes Bein. Ein «teuflischer» Defekt, den er gut zu verbergen wusste. Auch wir wussten nichts davon, ehe Stephen Lawless uns im Programmheft darüber aufklärte. Denn der Regisseur des Doppelabends mit Tschaikowskys «Iolanta» und Rachmaninows «Francesca da...
