Der talentierte Sigr. Hendl
Entwarnung. Eine neue Händel-Oper ist mit «Germanico» nicht entdeckt worden. Die
80-minütige «Serenata a sei» enthält weder politische noch erotische Intrigen, sie ist vielmehr eine typische Fürstenhuldigung in drei Szenen, die auf eine auch musikalisch aufregende Traumerzählung des Titelhelden hinauslaufen und das Lob des Habsburger-Kaisers Joseph I. (1678–1711) singen. Derartige Huldigungen waren in nord- und mitteldeutschen Städten gang und gäbe, weil man auf gute Handelsbeziehungen angewiesen war.
Inhaltlich geht das für derartige Anlässe viel verwendete Traummotiv auf Cicero zurück, der in «De re publica» Scipio Africanus von seiner und Roms Zukunft träumen lässt. Insgesamt basiert das Libretto auf den «Annalen» des Tacitus und schildert den Triumphzug des Titelhelden in Rom am 26. Mai des Jahres 17. Darüber hinaus dürfte Gottfried Grünewalds 1704 in Leipzig uraufgeführter und zwei Jahre später in Hamburg gespielter «Germanicus» Händel angeregt haben. Grünewald war Bass am Gänsemarkttheater.
Die Abschrift der Serenata befand sich in der Musikaliensammlung des Palazzo Pitti und wurde bei deren Auflösung an die Bibliothek des Florentiner Konservatoriums abgegeben. Dort hat ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Seite 45
von Boris Kehrmann
1. Biete Karte
Auf der Titelseite der lokalen Tageszeitung, die mir meine aufmerksamen Wirtsleute jeden Tag neben das Frühstücksei legten, damit ich über Wagner der Welt nicht abhanden komme – im «Nordbayerischen Kurier» also –, fand sich am 30. Juli das Foto eines Menschen in einem grässlichen, rot karierten Hemd und mit einem gelben Schild um den Hals: «2 x...
Wie jeden Sommer machte in Siena auch in diesem Jahr vor allem der «Palio» die Musik, ein Pferderennen mitten in der Stadt, auf der Piazza del Campo. Mit beeindruckenden Sieges- und Schmähgesängen feierten die Bewohner des Stadtteils Nobile Contrada dell’Oca (zu deutsch: das Viertel der Gans) den Triumph «ihres» Jockeys Giovanni Atzeni und seines Hengstes...
52. Jahrgang Nr. 9/10
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752235
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.kultiversum.de/Opernwelt
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 12.08. 2011.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
