Auf der Zielgeraden
Endspurt in der Bremer Oper. Nach dreizehn Jahren wird am Schluss dieser Spielzeit Klaus Pierwoß, der in der Hansestadt dienstälteste Intendant der Nachkriegszeit, sein Amt niederlegen. Ein über die lange Zeit hin mit viel Erfolg und überregionaler Anerkennung geführtes Amt, in dem er das Bremer Musiktheater zu einem wertbeständigen Begriff gemacht hat – trotz aller nicht nur metaphorischen Knüppel, die ihm von Seiten der Kulturpolitik zwischen die Beine geworfen wurden.
Jetzt hat der Premieren-Abgesang der Ära Pierwoß begonnen mit gleich zwei Produktionen innerhalb einer Woche. Und beide haben – das ist bei diesem so strukturbewusst wie innovativ planenden Intendanten eine Selbstverständlichkeit – ihren festen Stellenwert innerhalb einer Gesamtkonzeption.
Da gab es mit Sidney Corbetts «Keine Stille außer der des Windes» die elfte der von Pierwoß im Laufe seiner Amtszeit initiierten Uraufführungen – eine für die heutigen Opernhäuser mit ihrem vor allem von den finanziellen Voraussetzungen her geprägten Skeptizismus gegenüber der Moderne schier unglaubliche Zahl. Zudem ordnet sich Corbetts Werk dem vielleicht wesentlichsten Gesichtspunkt einer – man kann sie so nennen – ...
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