Plädoyers für die Landessprache
In einer Zeit, in der jedes deutsche Provinztheater «Jenufa» auf Tschechisch und «Eugen Onegin» auf Russisch spielt, wobei die Sänger, die sich ihren Text phonetisch eingehämmert haben, nicht verstehen, was sie singen (und das Publikum erst recht nicht), ist die Renaissance der Rundfunkaufnahmen aus der Zeit des Wirtschaftswunders ein heilsames Korrektiv. Statt der Schimäre des Authentischen nachzujagen, hat man sich damals auf die Vermittlung des musikdramatischen Inhalts konzentriert und die deutsche Sprache dabei nicht als Hindernis, sondern als Katalysator empfunden.
In anderen Ländern hat man mit dem Einsatz der Muttersprache auch weiterhin keine Probleme, wie die bis heute erfolgreiche Serie «Opera in English» bei Chandos zeigt. Fünf CD-Veröffentlichungen von europäischen Funkproduktionen, die ursprünglich nur für den Sendebedarf gedacht waren, plädieren mehr oder minder überzeugend für den Gebrauch der Landessprache.
Ein sehr frühes Dokument kulturellen Wiederaufbaus hat jetzt das Schweizer Label Relief mit einem vom NWDR (später NDR) produzierten «Faust» aus dem Jahr 1949 erstmals komplett veröffentlicht. Gounods Oper wird hier unter Wilhelm Schüchters kompetenter Leitung ...
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Während sich in den letzten zwei Monaten des vergangenen Jahres das ganze Ausmaß der globalen Finanzkrise immer klarer abzeichnete, feierte die Metropolitan Opera in New York gerade ihr 125-jähriges Gründungsjubiläum – mit voller Kraft. Freilich dürfte es angesichts der düsteren wirtschaftlichen Realitäten schwierig werden, die hohen künstlerischen Standards zu...
Herr Spuck, was hat Sie bewogen, sich der Oper zuzuwenden? Ein äußerlicher Anlass? Innere Notwendigkeit?
Neugierde. Faszination eines Metiers, das ich schon immer mochte. Einer der Gründe, weswegen ich vor drei Jahren am Theater Heidelberg die Oper «Berenice» von Johannes Maria Staud inszeniert habe, war der Wunsch, intensiver an der Entwicklung der Bühnenfiguren zu...
Frau Garanca, dürfen wir kurz aus einer Oper zitieren?
Ich bin gespannt.
Also: «Stirb, Ungeheuer, durch unsere Macht!»
O Gott!
Denken Sie noch manchmal an jene fernen Zeiten, als Sie das gesungen haben? An das Südthüringische Theater zu Meiningen in der Saison 1999/2000?
Ja, schon. Und ich mache mir manchmal schon Gedanken, was gewesen wäre, hätte ich dieses...
