John Eliot Gardiner zum 70. Geburtstag

Opernwelt - Logo

In einem Artikel über ihn lasen wir in einer Schweizer Zeitschrift einmal die schöne helvetische Wortschöpfung «Schubladisierung». John Eliot Gardiner hatte sich vehement gegen eine solche ausgesprochen, weigerte sich entschieden, mit dem Etikett eines auf Alte Musik fokussierten Spezialisten beklebt zu werden. «Das bin ich in dieser Ausschließlichkeit nicht, war es nie und werde es auch nie sein.

» Freilich gilt der Brite als einer der Gründerväter des zunächst vor allem aufs Barock konzentrierten period movement, jener Bewegung also, die von gesicherten historischen Erkenntnissen ausgehend bei den Aufführungen authentische Bedingungen herzustellen sucht. Er hat das weit über die Barockmusik hinaus gespannt und damit immer wieder verblüffende Ergebnisse erzielt. Bei seinen von ihm selbst inszenierten Aufführungen von Mozarts Da-Ponte-Opern gerieten Kritiker ins Schwärmen; die entschlackten Einspielungen von Sinfonien Beethovens, Schumanns oder Brahms’ – mit seinem Orchestre Révolutionnaire et Romantique – haben exemplarischen Charakter. Am 20. April wird John Eliot Gardiner 70 Jahre alt.  

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Auf der Schwelle

Es war sicher nicht nur Bewunderung, die Richard Wagner für Gaspare Spontini hegte. Man spürt auch leise Ironie, wenn der Sachse in seinen Erinnerungen «Mein Leben» von den Begegnungen mit dem fast vier Jahrzehnte älteren Star des Opernbetriebs aus Italien spricht – der Erfolg der anderen war ihm nicht selten suspekt.

Dem Erfolg jedoch sollte keine Nachhaltigkeit...

Infos

Meldungen

Alexander Pereira, Intendant der Salzburger Festspiele, hat für den kommenden Sommer ein Budget von 62 Millionen durchgesetzt. Benötigt werden mehr als 64 Millionen. «64,3 Millionen Gesamtbudget wurden explizit abgelehnt», sagte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden dem ORF. «Das Direktorium muss die fehlenden 2,3 Millionen selbst auftreiben.» Gelinge das...

À la Française

Die Interpretation des französischen Kunstlieds, der mélodie, gehört zu den größten Herausforderungen im Reich des Gesangs. Die diffizile Deklamation des Französischen mit seiner fließenden Ebenmäßigkeit, den heiklen liaisons zwischen zwei Worten und den nuancierten Vokalen macht es vor allem Ausländern schwer. Dennoch waren es von Mary Garden, Debussys erster...