Wiener G’schichten

Die Posse um den neuen Direktor und Massenets «Manon» mit Anna Netrebko und Roberto Alagna an der Staatsoper, Previns «A Streetcar Named Desire» im Theater an der Wien, Webers «Freischütz» an der Volksoper, Händels «Agrippina» an der Kammeroper und zwei Uraufführungen in der Donaumetropole sowie Verdis «Rigoletto» in Graz

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Zuerst einmal sei von Nestroy die Rede, den die Wiener so lieben, von «Einen Jux will er sich machen», vom «Zerrissenen». Oder von «Freiheit in Krähwinkel». Vielleicht auch vom «Bösen Geist Lumpazivagabundus». Denn zwischen den Assoziationen, die diese Titel auslösen, pendelt die Posse, die im Moment in Wien um den Staatsoperndirektor aufgeführt wird. Wer kommt nach Ioan Holender? Gerüchte lassen die Diskussionen erglühen, füllen die Gazetten.

Im Gespräch sind einige, doch soll der Nachfolger bereits feststehen – in Person des Tenors Neil Shicoff, eines Freundes von Kanzler Alfred Gusenbauer. Wird also die Ausschreibung der Position im Frühjahr auch zur Nestroy’schen Posse? Wir kommen am Schluss dieses Berichts darauf zurück.

Wichtiger scheinen zunächst die Kons­tellationen, die es auf der Bühne gab. Etwa bei der Staatsopern-Premiere von Massenets «Manon» – natürlich mit dem entsprechenden Hype im Vorfeld: Anna Netrebko sang die Titelpartie, wo­für sie bereits beim Opernball PR treiben musste, von einem Pferdegefährt aus und mit dem Staatsoperndirektor als Edelkutscher in roter Livree. Die andere Hälfte des «Traumpaars der Oper», Rolando Villazón, war zu dieser Zeit auch in Wien, ...

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Opernwelt April 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Gerhard Persché

Vergriffen
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