Unzertrennlich

Rameau: Castor und Pollux Hannover / Staatsoper

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Das nennt man antizyklisches Verhalten: Vier Tage vor Christoph Willibald Glucks 300. Geburtstag setzt die Niedersächsische Staatsoper das Werk eines anderen Jubilars auf den Premierenspielplan: Nicht Richard Strauss (der braucht als Rechtfertigung kein Jubiläum, es sei denn man wählt leichtfertig «Guntram», die «Feuersnot» oder den «Friedenstag»), sondern Jean-Philippe Rameau. Der dürfte allerdings auch anlässlich seines 250. Todestags (im September) diesseits des Rheins ohne gute Anwälte nicht zum Hit werden.



Warum das heute so ist, war in Hannover zu sehen und zu hören: Den nicht nur im betont Tänzerischen federnden Tonfall zu treffen, ist für das Orchester alles andere als einfach. Zwar holte man sich mit Howard Arman einen stilsicheren Gastdirigenten ins Haus, aber trotz der eigens angeschafften Barockbögen klingt das Niedersächsische Staatsorchester anfangs recht kompakt.

Ein anderes Problem ist, dass kaum jemand mehr das Schicksal von Castor und Pollux kennt. Allenfalls Hobbyastrologen wissen, dass beide so sehr zusammen gehören wie Castrop und Rauxel im Revier und einem Sternenpaar im Zeichen der Zwillinge den Namen gaben. Die Vorgeschichte der Halb- und Zwillingsbrüder ist ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Rainer Wagner

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