Vivaldi: L'Olimpiade
«L’Olimpiade» wurde als erste Oper von zahlreichen, in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in einem Piemonteser Kloster und einer Privatbibliothek aufgefundenen Vivaldi-Autographen 1939 wieder aufgeführt. Erst jetzt wagte Heidelberg – nach Vivaldis «Motezuma» im Vorjahr – zum «Winter in Schwetzingen» im dortigen Barocktheater die deutsche Erstaufführung der mit virtuoser, geistsprühender Musik ausgestatteten Oper nach dem von Caldara bis Cimarosa unzählige Male vertonten Libretto Metastasios. Leider stand sie unter keinem guten Stern.
Nicht nur war der Ausstattungsetat für diese Produktion wohl extrem niedrig, auch der lang andauernde Krankenstand vieler Sänger torpedierte die Probenarbeit des Regisseurs Werner Pichler. Von seinem Konzept, die Konfrontation antiker Kämpfer mit Sportlern aus unserer Zeit zum Thema zu machen, blieb nicht mehr als eine schöne Idee übrig.
Durchwachsen waren auch die Leistungen der Sänger: Countertenor Alexander Schneider hatte als Licida eine exponierte Partie, die er nach Kräften ausfüllte, allerdings oft mit zu viel Druck sang, was nicht nur dem Timbre, sondern auch der Intonation und der musikalischen Gestaltung schadete, obwohl er gut ...
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