Wegen Schlechtwetter im Saale
Ein bisschen Süffisanz war schon dabei, als der steirische Landeshauptmann Franz Voves vom Grazer «Dreimäderlhaus der Kultur» kalauerte. Fakt ist, dass mit Elisabeth Sobotkas Amtsantritt als Intendantin der Oper Graz nun drei Frauen an der Spitze wichtiger Grazer Kulturinstitutionen stehen: neben ihr Anna Badora als Schauspiel-Intendantin und Veronika Kaup-Hasler als Chefin des Steirischen Herbstes.
Sobotka, geborene Wienerin, von 2002 an Operndirektorin Unter den Linden in Berlin und davor Betriebsdirektorin an der Wiener Staatsoper, dankt Ioan Holender für die entscheidenden Impulse ihrer Laufbahn. «Er Wotan, ich Brünnhilde», hat sie in einem Interview gesagt.
Mit Wagner begann denn auch ihre Grazer Tätigkeit – nicht mit der «Walküre», sondern mit den «Meis-
tersingern». Regisseur Alexander Schulin schiebt seinen Thespiskarren über bewährte Straßen deutscher Regietheater-Ideologie, die sich gerade bei den Werken Wagners um die Rehabilitierung eines von den Nationalsozialisten kontaminierten Repertoires bemüht. Zusammen mit seinem Ausstatterteam Alfred Peter (Bühne) und Eva Maria Dessecker (Kostüme) sorgt Schulin für die üblichen Regietheater-Topoi: Innenraum und Straßenkleidung. ...
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Christoph Meyer, der neue Intendant der Deutschen Oper am Rhein, hat seine erste Spielzeit mit zwei Paukenschlägen begonnen: Benjamin Brittens «Peter Grimes» im Opernhaus Düsseldorf und Richard Strauss’ «Salome» im Theater Duisburg. Musikalisch liegen zwischen Brittens sprödem Bekenntniswerk und Strauss’ mit der tödlichen Präzision eines Uhrwerks ablaufendem...
Frau Kozená, darf ich Ihnen ein Kompliment machen?
Magdalena Kozená:(verlegenes Lächeln)
Ihre Stimme scheint mir in den letzten Jahren farbiger geworden, kräftiger, voluminöser. Und vor allem fühlen Sie sich, wenn der Eindruck nicht trügt, in der Höhe wohler. Stimmt das?
(lacht) Ich hoffe, es ist so.
Um es anders zu sagen: Ihre Tessitura hat einen größeren Umfang....
Was die Ruhrtriennale von vielen anderen Festspielen unterscheidet, sind nicht zuletzt die Räume. Wer 2006 Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» sah, wird das Zusammenspiel von Zimmermanns multiperspektivischem Kugeltheater mit der monumentalen Stahlkonstruktion der Bochumer Jahrhunderthalle ebenso wenig vergessen wie die magische Aura, mit der die leergefegte...
