Fürs Erste gerettet
So intim, so bewegend kann Oper sein: Unmittelbar vor den Zuschauern öffnet sich das sandgelbe Halbrund einer Arena, das Orchester verschwindet nicht im Graben, sondern ist auf dem Rang positioniert. Der Klang fließt ungehindert in den Saal; Publikum, Sänger und Musiker schließen sich zusammen in einem innigen Kunstgehäuse. In der Bühne am Park, dem kleinen, hypermodernen Experimentierhaus des Theaters Gera, hat Regisseurin Sabine Schramm eine ideale Form gefunden, um eine Trouvaille aufzuführen: Haydns «Feuersbrunst».
Wiederentdeckt 1935 bei einem Pariser Antiquar, ist sie eines der wenigen erhaltenen Stücke für Marionetten-Theater, die Haydn auf Schloss Esterháza geschrieben hat. Zwei Stränge – Liebe und Geld – prägen die Geschichte: Hanswurst (Kai Wefer) ist mit der schönen Colombine (Katie Bolding) zusammen, aber die liebt ihn nur, solange sie keinen Schöneren findet. Freund Steckel (Alexander Voigt) muss unterdessen zusehen, wie er das Haus seines verstorbenen, hochverschuldeten Vaters – das in der titelgebenden Feuersbrunst abbrennen wird – vom Gutsverwalter Odoardo (Johannes Beck) wiederbekommt.
Einfach nur Marionetten tanzen und dazu aus dem Off singen zu lassen, wie man ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Udo Badelt
Sehnsucht nach den Sechzigerjahren. Als das Schlammtheater noch eine Botschaft war, als das Publikum mitmachen durfte und sich hinter jedem Experiment ein Tabu verbarg..: Herrlich war das! Verständlich daher, dass man Henri Pousseurs «variable Oper» mit dem Titel «Votre Faust» rund fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung noch einmal aufführt. Es ist eine der wenigen...
Schon im fünften Jahr in Folge nimmt sich Kassels Staatstheater eine Barockoper vor. Nach der gelungenen Inszenierung von Alessandro Scarlattis «Griselda» in der letzten Spielzeit (Regie: Stephan Müller) war nun Vivaldis «L‘Olimpiade» zu erleben – nach Schwetzingen 2007 erst zum zweiten Mal in Deutschland.
Es geht in der verwirrenden Handlung aus der Feder...
Herr Beczala, das Debüt-Album bei der Deutschen Grammophon hätten Sie doch auch Ihrem polnischen Landsmann Jan Kiepura widmen können.
Sie haben Recht! Jan Kiepura ist auch heute noch für jeden Polen der Tenor schlechthin. Wenn ich die CD stattdessen Richard Tauber gewidmet habe, so meine ich damit eine ganze Reihe von Tenören der damaligen Zeit, z. B. auch Peter...
