Heiterkeit der letzten Dinge
Was nützt das Hören mit den Augen in Gedanken? Bilder halten uns beim Erinnern gern zum Narren. Sie verändern sich, die stärkeren überlagern die schwächeren, einige wachsen, pumpen sich auf, andere werden blasser und verschwimmen, und vieles verschwindet ganz. Dabei passiert es gerade bei Opernwerken, die wir besonders oft zu erleben Gelegenheit haben (da ja der Kanon des tatsächlich Aufgeführten immer kleiner wird), dass sich die Bilder lösen von Stück und Musik.
War es in der «Cosí» oder im «Lohengrin», dass die Spiegelbilder lebendig wurden? Ach nein, es war die «Entführung». Saß da Pamina gefangen im Einmachglas, oder war es Violetta? Nicht doch, es war Gilda.
So stark ist die Macht der Bilder geworden, seit das Regietheater auf der Opernbühne in die zweite Generation ging, dass ihre Vielfalt leidet und sich eine gefährliche Tendenz zum Immergleichen abzeichnet. Viele Chiffren wirken in der Wiederholung nur noch wie Mätzchen, wie Klischees oder, schlimmster Verdacht: wie Dekor. Was früher der üppige Faltenwurf war oder die antike Säule, das sind heute auf den Opernbühnen die Kunsthaarblondperücken im Bubischnitt, die Militärmäntel, Scheinwerfer, die forschend ins Publikum ...
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14. April 2008: high noon im Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses – der Regierende Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit mit seinem Staatssekretär André Schmitz, die Fraktionen des Landtags, der Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin Stefan Rosinski, die Intendanten Peter Mussbach (Staatsoper), Kirsten Harms (Deutsche Oper), Andreas Homoki...
Beschaut man das (Kunst)Werk und weiß um die Umstände seiner Entstehung, fühlt man sich unweigerlich an jenen berühmten Satz von Albert Camus erinnert, der das Wesen des Existenzialismus in exemplarischer Form idiomatisierte: «Man muss sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen», so endet Camus’ maßstabsetzendes Buch «Der Mythos von Sisyphos». Im...
Schon die Gattungsbezeichnung überraschte: Eine «Konzertoper» nannte Hans Werner Henze sein (vielleicht?) finales Musiktheaterwerk, das er komponierte, obwohl er zuvor glaubhaft versichert hatte, «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe», 2003 in Salzburg uraufgeführt, sei seine letzte Oper. Dass dieser «Wortbruch» sich als glückliche Fügung erwies, wurde...
