Auf Schnitzlers Spuren

Nowitz: Traumnovelle Braunschweig / Staatstheater

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Wenn Nacherzähler an Arthur Schnitzlers rätselreicher «Traumnovelle» scheitern, wundert sich niemand mehr: Eine erste Verfilmung (1969 von Regisseur Wolfgang Glück) hat nicht einmal in der Biografie des Hauptdarstellers Karlheinz Böhm tiefere Spuren hinterlassen. Und wenn selbst ein Stanley Kubrik (in «Eyes Wide Shut», 1999) dem Stoff und seiner Doppelbödigkeit nicht gerecht wird, dann ist jede Kammeroper entschuldigt.

Dass die Opernfassung von Maxi Obexer (Libretto) und Alex Nowitz, ein Auftragswerk des Staatstheaters Braunschweig, nahe an der Nacherzählung bleibt und zur gewagteren Traumdeutung wenig beiträgt, hat vielleicht auch etwas mit der Beschränkung der Mittel zu tun: 14 Musiker, ein überschaubares Ensemble und anderthalb Stunden Spieldauer, das begrenzt die Möglichkeiten.

Dazu kommt, dass Komponist Alex Nowitz sehr reduziert gearbeitet hat. Die Vokalmetamorphosen, die er in anderen Werken entwickelt, deuten sich hier allenfalls an. Über weite Strecken wird die Geschichte des Ehepaares Albertine und Fridolin, die sich ihre erotischen Träume erzählen, als rhythmischer Sprechgesang vorgetragen. Duette sind eher eng geführt, gesangliche Exaltationen werden vorzugsweise den ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Panorama, Seite 33
von Rainer Wagner

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