Plädoyer für den singenden Menschen
Die Opernhäuser Deutschlands sind mit zunehmenden Herausforderungen und Bedrohungen konfrontiert. In einer Zeit knapper Kassen wächst der Legitimationszwang. Der traditionelle Repertoirebetrieb, festangestellte Ensembles und Orchester, machen die Opernlandschaft Deutschlands zu einer aufwändigen Sache. Weltweit gibt es nichts Vergleichbares. Zunehmend wird Oper jedoch zur verbeamteten Institution – Verwaltungsangestellte und Rechtsanwälte leiten ihr Geschick. Die Unterminierung des Systems findet auf breiter Front statt.
Hat sich das Regietheater in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich darin hervorgetan, immer neue psychologische Tiefenschichten freizulegen, soziale Parallelen zwischen Stück und Entstehungszeit plastisch zu machen oder – mehr oder weniger geglückt – Gegenwartsbezüge herzustellen, so kommt in letzter Zeit von dort kaum noch wirklich Neues, Konzeptionen wiederholen sich. Dazu kommt, dass sich das Publikum in den letzten zwanzig Jahren mehr verändert hat als in hundert Jahren zuvor. Es sind nicht so sehr soziale Umbrüche, Wandlungen und Differenzierungen der Lebensstile, die zur Herausforderung für die Oper werden, sondern vielmehr eine elementare Veränderung ...
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Eine Neuproduktion von «Lucrezia Borgia» gibt es nicht alle Tage. Auch an der National Opera in
Washington wäre das Stück wohl kaum in Erwägung gezogen worden, wenn Renée Fleming nicht zugesagt hätte, die Titelpartie zu übernehmen. Vor zehn Jahren hat die Sopranistin diese Lucrezia schon einmal gesungen, an der Scala – und wurde dort von den berüchtigten...
Italienische Oper wird in London schon seit 1705 gegeben. Bis heute bildet sie den größten Posten auf den Spielplänen der britischen Hauptstadt. Freilich bietet der Fundus italienischer Barock- und Belcanto-Opern eine solche Fülle interessanter Werke, dass man immer wieder auf Stücke stößt, die noch nie oder seit Ewigkeiten nicht mehr zu erleben waren. So...
rland hat sein erstes Opernhaus. Die bequeme, mit hellblauem Leder bezogene Bestuhlung, die schöne Holzverkleidung aus amerikanischem Nussbaum, die geräuschlose Belüftung des Auditoriums und eine wunderbare Akustik (ausgetüftelt hat sie Jeremy Newton von Arup Acoustics) – das funkelnagelneue Gebäude in Wexford ist ein voller Erfolg. Es bietet 780 Plätze auf drei...
