Wahlverwandtschaften
Herr Gallo, Sie sind dem deutschen Publikum seit vielen Jahren ein Begriff, aber über Ihre Anfänge ist hier nicht viel bekannt. Wie sind Sie zum Singen gekommen?
Gesungen habe ich schon immer, zuerst vor allem Popmusik, ein paar Jahre auch professionell. Als ich später am Konservatorium Kontrabass studierte, riet mir ein guter Freund, meine Stimme ausbilden zu lassen. Bis dahin hatte ich nie an die Möglichkeit gedacht, Opernsänger zu werden, und die Oper auch nie geliebt. Schon der Gedanke schien mir bizarr, vom Jazz zur E-Musik zu wechseln.
Doch es gibt im Leben manchmal wichtige Begegnungen, die plötzlich alles ändern. Ich hatte das Glück, in Elio Battaglia einen Lehrer und später auch Freund zu finden. Er hat die deutsche Liedkunst in Italien eingeführt, und er hat auch mich zum Kunstlied und zur Oper geführt, nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich. Er führte mich zu einem Gesangsstil, der meinem bisherigen total entgegengesetzt war. Die ersten anderthalb Jahre haben wir die Oper nicht berührt, sondern nur Lieder studiert, deutsche Kunstlieder, und es war für mich leichter, von Sinatra und Bernstein zu Schubert und Schumann zu wechseln, als gleich «Lucia di Lammermoor» ...
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Arnold Schönbergs Opus magnum über das jüdische Volk, komponiert 1930/31, bevor der Komponist – selbst Jude – vor den Nationalsozialisten floh und nach Amerika emigrierte, ist das seltene Beispiel einer philosophischen, streng zwölftönig komponierten Oper, die gleichwohl unmittelbar packen kann. Vorausgesetzt, das Konzept trifft nicht nur den Kern des Stücks, die...
Zürich hat Opernfestspiele gefeiert. Wie jeden Sommer zum Abschluss der Spielzeit. Eine thematische Bündelung oder gar künstlerisch innovative Planung kennt man dafür seit Jahren nicht mehr. Sängerstars geben sich die Klinke in die Hand. Ein Konzept, das Stückwahl, Regieteam und Solistenengagements aufeinander beziehen würde, war auch diesmal kaum auszumachen....
Natürlich bedarf es nicht eines runden Geburtstags, um Aribert Reimanns grandiosen «Lear» aufs Programm zu setzen – doch die Idee der Lindenoper, den Berliner Komponisten zum Siebzigsten mit einer Neuinszenierung seines Meisterwerks zu ehren, wäre eine schöne Geste gewesen. Dann allerdings steckte Intendant Peter Mussbach das bereits angekündigte Geschenk doch...
