Milde Botschaften

Antonio Pappano entdeckt sich in Rom als Rossini-Dirigent – mit «Stabat mater» und «Guillaume Tell»

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Es ist verlockend, aus der diesjährigen Saisoneröffnung an Roms Santa Cecilia eine kulturpolitische Botschaft herauszulesen. Gerade in dem Moment, da die Existenz der italienischen Opernhäuser durch die Sparpläne der Regierung gefährdet ist, bringt das Orchester der Hauptstadt mit Rossinis «Guillaume Tell» eine Oper, die zum Aufstand gegen Tyrannei und Willkürherrschaft aufruft. Auch wenn hinter dieser Koinzidenz keine Absicht steht, hätten Chefdirigent Antonio Pappano und seine Musiker allen Grund zu protestieren.

Denn auch das Orchestra dell’Accademia nazionale di Santa Cecilia ist von dem berüchtigten Dekret des Berlusconi-Kulturministers Sandro Bondi betroffen – und das, obwohl sich das Orchester in den letzten fünf Jahren unter Pappano neben der Scala zum Aushängeschild von Italiens Musikkultur entwickelt und das inzwischen auch auf einigen CDs dokumentiert hat.

Davon zeugt auch die jüngste Veröffentlichung, die eine Besetzung zusammenbringt, von der man selbst an La Scala nur träumen kann: Für die Einspielung von Rossinis «Stabat mater» stellte Pappanos Hauslabel EMI nicht nur seinen Mezzo-Star Joyce DiDonato, Tenor-Newcomer Lawrence Brownlee und den Bass Ildebrando ...

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Opernwelt Dezember 2010
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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