Scheiden tut gar nicht weh

Ancona, Hindemith: Neues vom Tage

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Es war ein Skandal für die grande famiglia der italienischen Nation: Kürzlich meldeten italienische Tageszeitungen, dass ausgerechnet das Mutterland der katholischen Kirche die höchste Scheidungsrate ganz Europas hat. Gleichwohl wird Paaren die Trennung nicht leicht gemacht, selbst einvernehmliche Scheidungsverfahren können sich ewig hinziehen. Nun gibt ein italienisches Opernhaus konkreten Anschauungsunterricht, indem es Paul Hindemiths Zeitoper «Neues vom Tage» aufführt.


In dem Stück geht es ums Ende der Liebe: Laura und Eduard sind frisch verheiratet, streiten sich, bis die Fetzen fliegen. Und wollen sich möglichst schnell wieder scheiden lassen – man ist ja modern. Doch für die Scheidung verlangt das Amt einen triftigen Grund. Ein befreundetes Ehepaar macht vor, wie man’s macht: Den Scheidungsgrund leiht man sich bei einer Agentur, nämlich den «schönen Hermann». Doch der verliebt sich ganz gegen die Firmenraison in seine Kundin Laura. Das führt zu allerlei Skandälchen, die sofort als «Neues vom Tage» in den Medien landen. Am Schluss blüht den beiden Aspiranten das Schicksal heutiger Reality-TV-Sternchen: Sie haben ihr Privatleben öffentlich verhökert, werden als Medienfiguren ...

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Opernwelt März 2008
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Birgit Pauls

Vergriffen
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