Nights at the Opera
Musikalisch, stilistisch und dramatisch hat Puccini in «Il trittico» drei verschiedene, in sich schlüssige Welten entworfen. Jeder dieser Einakter könnte auch ohne die beiden anderen bestehen. Ein Haus, das alle Stücke an einem Abend zeigt, lässt sich so auf eine künstlerische Herausforderung ein, die der einer «Ring»-Inszenierung kaum nachsteht. In Los Angeles bot Opernchef Plácido Domingo nun gleich zwei Oscar-prämierte Filmregisseure auf, um das Tripel zum Erfolg zu führen.
William Friedkin («French Connection»), der in der Oper bereits etwas Erfahrung hat, begnügte sich damit, den Arme-Leute-Realimus von «Il tabarro» und die gefühlige Melodramatik von «Suor Angelica» so auf die Bühne zu bringen, wie jeder sich das bereits vorstellt. Aufmerken ließ vor allem Musikdirektor James Conlon – mit einer weitatmigen aber feingeschliffenen Auslegung der Partituren. In «Il tabarro» gab Salvatore Licitra mit robuster und leidenschaftlicher Stimme einen herzzerreißenden Luigi. Als Suor Angelica ließ Sondra Radvanovsky leuchtende Töne hören, die der späten Verzweiflung der Figur ebenso gerecht wurden wie der anfänglichen Abgeklärtheit.
Dann folgte «Gianni Schicchi», inszeniert von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ästhetisch stark geprägte Jahre» habe es zuletzt an der Bayerischen Staatsoper gegeben – in der Ära Sir Peter Jonas –, aber vieles habe hier doch nicht stattgefunden. So sprach der neue Opernmann in München, Staatsintendant Nikolaus Bachler (in einem Interview der Süddeutschen Zeitung). Er scheint sich und seine Musiktheaterarbeit neu definiert zu haben, will in...
Die Wiege der Oper steht bekanntlich in Italien. Als Monteverdis «L’Orfeo» am Hof von Mantua über die Bühne ging, florierten Musik, Literatur und bildende Kunst in den Palazzi zwischen Florenz, Rom und Neapel – und befruchteten sich wechselseitig. Schon bald wurde überall in Europa Oper gespielt, und bis um die Mitte des 18. Jahrhunderts dominierte die italienische...
Für ihr neues Album «Souvenirs» wird Anna Netrebko im gala-bunten PR-Buch ein Text mit dem Beigeschmack hohen Schwachsinns in den Mund gelegt. Es sei «wie ein prächtiger Blumenstrauß mit den verschiedensten Blüten und Farben. Es soll eine wunderbare Palette an Gefühlen schaffen – Leidenschaft, Freude, Liebe, Zärtlichkeit». Zusammengestellt sei das Programm, so der...
