Fenster zur Surrealität
Ein Riesenerfolg? Der Jubel klang eher nach Aufmunterung. Wenige Tage vor der Premiere hatte Intendant Ulrich Peters mit verbitterten Worten öffentlich gemacht, was ohnehin wochenlang geraunt wurde: Sein Vertrag als Chef des Gärtnerplatztheaters wird über 2012 hinaus nicht verlängert. War's die kaum gesteigerte Auslastung (zuletzt 78 Prozent)? Die dürftige Regie-Ausbeute? Oder waren es innerbetriebliche Querelen? Bayerns Kunstministerium hält sich bedeckt – wohl um Peters' Zukunft nicht zu verhageln.
Und um von der eigenen Schuld abzulenken: Im ganzen deutschsprachigen Raum, so tönte es seinerzeit, habe man gesucht, um einen Nachfolger für Klaus Schultz zu finden. Dass man ausgerechnet auf den damaligen Augsburger Intendanten Peters kam, erstaunte und stieß auf Kritik – schließlich hätten sich, wie nachträglich herauskam, Lösungen mit Christof Loy oder Brigitte Fassbaender angeboten.
In der Premiere von Janáceks «Die Sache Makropulos» wird die Krux der Ära Peters augenfällig. Das Stück passt zwar perfekt zu Münchens zweitem Opernhaus. Doch wie fast immer, wenn sich Ulrich Peters oder einer seiner von ihm engagierten Kollegen auf den Regiestuhl setzt, krankt die Sache am «Wie». Dass ...
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Die Hürde jeder «Tannhäuser»-Aufführung steht am Anfang. Für den Venusberg hat Wagner zunächst eine brave Version geschrieben, die sich ganz an den Dialog hält: Der sinnessatte Minnesänger versucht zu Rezitativischem und einem erweiterten Weber-Orchester von der Göttin der Liebe loszukommen. Später, für Paris, komponierte Wagner an dieser Stelle viel Musik dazu,...
Zu einer deutschen Erstaufführung hatte es diesmal nicht gereicht, da war Frankfurt den Lübeckern zuvorgekommen, aber immerhin zu einer norddeutschen. Und zu dem Beweis, dass sich die 2005 in London uraufgeführte und seither nur an großen Bühnen erprobte Shakespeare-Adaption «The Tempest» von Thomas Adès durchaus auch als Repertoirestück für kleinere Häuser eignet....
Fast nicht zu glauben: Zwei Jahrhundert-Sängerinnen feiern in diesem Frühjahr ihren 100. Geburtstag. Die Sopranistin Magda Olivero ging am 25. März voran, die Mezzosopranistin Giulietta Simionato wird am 12. Mai folgen. Zwei lebende Legenden, deren Bühnenwege sich nur selten gekreuzt haben, die sich aber in ihrem Perfektionsdrang und in ihrem künstlerischen Credo...
