Die Mischung macht's
Nicht jeder Komponist, den der Tod mit 35 Jahren ereilt, ist ein Mozart. Aber aus dem Amerikaner Robert Kurka hätte noch viel werden können, wenn er nicht 1957 an Leukämie verstorben wäre. Fünf Streichquartette, sechs Violinsonaten und zwei Symphonien hatte er zu diesem Zeitpunkt schon geschrieben. Was bleibt, ist auch seine Oper «Der brave Soldat Schwejk», die der Sohn tschechischer Emigranten ein Jahr vor seinem Tod als instrumentale Suite und als Oper publizierte.
In Halle hat man sich jetzt des selten gespielten Werks angenommen, das musikalisch auf jeden Fall ein Gewinn fürs Repertoire ist. Kurkas Partitur ist kraftvoll und zugleich ironisch im Geist der literarischen Vorlage von Jaroslav Hasek, und so wird sie von den 15 Musikern der Staatskapelle Halle unter Hans Rotman auch interpretiert.
Es ist ein Spiel mit den Genres, mit verfremdeter patriotischer Marschmusik, Jazz, Blaskapelle und geistlichen Chorälen. Kurt Weill scheint nie weit entfernt, doch Kurkas Klänge sind voller, üppiger als die seines Vorbildes. Sie treiben das Geschehen mit stampfenden Rhythmen ohne Unterlass voran. Dazwischen findet sich immer wieder auch ganz schamlose Programmmusik, etwa wenn die ...
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