In sich geschlossen

Die Wagner-Zyklen des Berliner Rundfunk-Sinfonieorchesters und der Frankfurter Oper schreiten voran. Nun liegen «Parsifal» und «Siegfried» vor

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Man könnte glauben, der «Parsifal» sei ein Öperchen, dass sich sogar in Krisenzeiten mal eben stemmen und auf CD verewigen ließe. Kurios, dass ausgerechnet Wagners himmlisch langes Bühnenweihfestspiel nun in einer dritten Neueinspielung binnen anderthalb Jahren vorliegt. Nach Valery Gergiev mit dem Mariinsky Orchestra (siehe OW 12/2010) und Jaap van Zweden mit dem Netherlands Philharmonic Orchestra Amsterdam (siehe OW 9/2011) steht jetzt Marek Janowski am Pult.



Diese jüngsten «Parsifal»-Produktionen standen im Zeichen der herausragenden Gurnemanz-Sänger René Pape (unter Gergiev) und Robert Holl (van Zweden). Das ist auch diesmal so. Unter Janowski hat im Live-Mitschnitt einer konzertanten Aufführung vom April 2011 Franz-Josef Selig die Partie gesungen – er war bereits der Gurnemanz der «Parsifal»-Aufnahme unter Christian Thielemann (DG, 2005). Abermals nimmt Selig im Solisten-Ensemble eine besondere Position ein. Wunderbar textverständlich und klar, weich und warm in der Tongebung: Dieser Gurnemanz liefert Sprech-Gesang im eigentlichen Sinne.

Auch Evgeny Niktitin, füllig, kernig, teils gewichtig, hat man als sterbenden, am Ende sich rau auflehnenden Amfortas bereits auf CD gehört – ...

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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Medien CDs/DVDs, Seite 21
von Christoph Vratz

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