Kleine Truppe, ganz groß
Australien ist angesichts seiner Größe und dünnen Besiedlung kaum in der Lage, eine Alte-Musik-Szene zu kultivieren, die den Namen verdient hätte. Viele der versiertesten Musiker des fünften Kontinents haben längst ihre Koffer gepackt und sich einen Platz in den führenden Originalklangkörpern Europas gesucht.
Doch Pinchgut Opera hatte die blendende Idee, einige der «Ausgewanderten» für die Dauer einer kurzen Spielzeit nach Hause zu holen und sie mit ihren daheimgebliebenen Kollegen zusammenzuführen: So kam ein Orchester zustande, das der besten internationalen Konkurrenz das Wasser reichen kann.
Seit nunmehr zwölf Jahren bringt die unabhängige Kompanie mutiges, innovatives Barockmusiktheater auf die Bühne von Sydneys Angel Place Recital Hall – seit diesem Jahr sogar zwei Produktionen jährlich statt wie bisher nur einer. Die Vorstellungen sind in der Regel ausverkauft, das Publikum ist zunehmend international. In dieser Neuproduktion von Glucks «Iphigénie en Tauride» – die zweite Aufführung des Werks in Australien und die erste Oper des Komponisten, die hier auf Originalinstrumenten gespielt wird – wirft Pinchgut einen schonungslosen Blick auf eine Frau am Rande des ...
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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Shirley Apthorp
Es war ein Traum. Und eine Riesenanstrengung. Aber auch ein Sog, der alle mitriss. Noch immer klingt sie nach, die «Wiederentdeckung» der Opernsaison 2012/13, Meyerbeers letzte Grand opéra. Als Bernhard Helmich und Frank Beermann vor rund zehn Jahren beschlossen, das unter dem Namen «L’Africaine» bekannte Schmerzenskind des Komponisten endlich in der ursprünglichen...
Einer fegt. Gegen Ende der neuen Zürcher «Zauberflöte» kehrt jemand den letzten Rest Reisig zusammen, der die Szene noch verunzierte: Ordnung, Sauberkeit, Kultur, wo lange Natur, Wildnis, Urzustand herrschten. Aufgeräumtheit, wo vorher abgeholztes Gestrüpp herumlag. Licht, wo bis dato Feuer war. Und das von Bühnenbildner Klaus Grünberg zentral platzierte Haus, das...
Als Pionier des musikalischen Exotismus war Félicien-César David (1810-1876) bis vor Kurzem nicht mehr als eine Fußnote der Musikgeschichte. Dank der Initiative des Palazzetto Bru Zane kann diese Einstufung nun möglicherweise revidiert werden. Seine monumentale Grand opéra «Herculanum» wurde unlängst von Radio France in Versailles aufgezeichnet, die märchenhafte...
