Fiebrige Spielfreude
Das Dortmunder Opernhaus ist eigentlich zu groß für frühbarockes Repertoire. Schon 2011 ließ Jens-Daniel Herzog deshalb für Cavallis L'Eliogabalo nur bis zur 16. Reihe Plätze vergeben. Bei Monteverdis Poppea, die er nun inszeniert hat, geht er in Sachen Intimität noch einen Schritt weiter und bittet das Publikum auf die Bühne. Ganze 270 Plätze sind auf zwei steil ansteigenden Tribünen eingerichtet, das Orchester thront oberhalb eines der beiden Portale, zwischen denen sich zu ebener Bühne die Spielfläche befindet. Bespielt werden zudem die Gänge hinter der letzten Tribünenreihe.
Mathis Neidhardt hat alle Wände und die Portale nach dem Vorbild Yves Kleins mit goldfarbenen Quadraten bemalt und dieser Pracht zum Trotz einen kargen, in seiner Direktheit an das Shakespeare’sche Globe-Theater gemahnenden Bühnenraum geschaffen, in dem man der Präsenz der Darsteller nicht entkommen kann.
Nach dem Prolog der drei Göttinnen kommen die Protagonisten (bis zu drei kleinere Rollen übernehmen die Ensemblemitglieder) in Unterwäsche herein; vom Bühnenhimmel schweben Kostüme, die von Fortuna unter Gezerre des Personals um die schönsten Fummel entschlossen verteilt werden. Dann kann das Spiel um ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Regine Müller
Den zweiten Teil ihrer Trilogie von Donizettis Tudor-Opern präsentierte die Met als Silvesterpremiere. Maria Stuarda also, nach Anna Bolena in der vergangenen Spielzeit – die Titelpartie hatte seinerzeit Anna Netrebko gesungen. Für die abschließende Produktion von Roberto Devereux, heißt es in gut unterrichteten Kreisen, ist Sondra Radvanovsky als Königin...
Das Wunderbare an den Opernarbeiten der Regisseurin Andrea Breth ist die Unberechenbarkeit, mit der sie sich (meist) den Schicksalen von Frauen widmet. Ob es grellbunt wird und überdreht oder nachtschwarz und totenstarr, entscheidet nicht die bis zum Markenzeichen erprobte Methode, sondern die jeweilige Figur, eine musikalische Signatur oder die Verknüpfung mit...
Hinter die Dinge schauen, das wollte schon der Mittzwanziger. Damals, Anfang der 60er, ahnten wenige, dass Stefanos Lazaridis (1942–2010) einer der wichtigsten Bühnenbildner Großbritanniens werden würde. Als sich die English National Opera in den 80ern zu einem power house für modernes Musiktheater entwickelte, prägte er mit antiillusionistischen Raumkonzepten...
