Lust und Last der Tradition
Elbflorenz. Das ist natürlich ein Wunschbild, eine Projektion. Aber doch auch ein Stück Realität. Allen Verletzungen, allen Beschädigungen zum Trotz. Wer heute nach Dresden reist, findet sich in einer wunderschönen Stadt. Vielleicht ist Dresden unter allen an einem Strom gelegenen deutschen Städten die majestätischste. Die Zerstörung vom Februar 1945 merkt man ihr noch an, obwohl viele der kulturhistorisch wichtigsten Bauten neu erstanden sind: Zwinger, Sempergalerie, Katholische Hofkirche und Kreuzkirche bis in die sechziger Jahre, die Semperoper schließlich 1985.
Die Weihe der Frauenkirche hatte ein weltweites Echo. Gerade vollendet wurde die äußere Rekonstruktion des Residenzschlosses. Auch das historische Grüne Gewölbe mit barockem Kunsthandwerk lockt Besucherströme an. Rings um die Frauenkirche ersteht der Neumarkt mit vielen Bürgerhäusern, darunter das Wohnhaus von Heinrich Schütz, dem ersten deutschen Komponisten von europäischem Rang.
Dresden ist in der Verbindung von Natur und Kunst ein mythischer Ort. (Abb. oben) Eng in die reizvolle Elblandschaft eingebettet, haben sich seit dem 13. Jahrhundert hier die Künste nach und nach angesiedelt, begünstigt durch die ...
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Zum Haydn-Jahr zwar keine richtige Haydn-Oper, dafür aber ein inszeniertes Oratorium: «Die Schöpfung», grandioses Musikwerk über die Erschaffung der Welt in sieben Tagen, vom «Chaos» des Beginns bis zum Eintritt des ersten Menschenpaares ins Paradies, erfuhr an der Vlaamse Opera zusätzlich zur konzertanten Aufführung eine gleichsam «teuflische» Komponente. Noch...
Seit ihrer Entdeckung vor gut einem Jahrzehnt hat Zemlinskys Oper «Der König Kandaules» in der Rekonstruktion von Anthony Beaumont eine bemerkenswerte Karriere an überwiegend großen Häusern gemacht. Das experimentierfreudige Pfalztheater in Kaiserslautern demonstriert nun, dass auch ein kleines Haus sein Repertoire mit dem späten Meisterwerk des Wiener Komponisten...
Ein Knall, ein Fall. Als man den Einschlag einer Bombe hört, rauscht der vor dem Orchestergraben hochgezogene Vorhang zu Boden und enthüllt den Besuchern im Parkett, was die in den oberen Rängen, für die das Tuch nicht die ganze Bühne verhüllte, schon wussten: dass das Orchester bei diesem «Nabucco» sich oben befindet, auf einer Tribüne über einer länglichen Box....
