«Mich kann nichts mehr erschüttern»
Herr Soltesz, Sie waren 16 Jahre Intendant und Generalmusikdirektor in Essen. Für heutige Verhältnisse eine Ewigkeit?
Die Zeiten sind kurzatmiger geworden. Wolfgang Sawallisch war 22 Jahre an der Bayerischen Staatsoper in München, das entspricht nach heutigem Empfinden der Zeit, die ich in Essen geblieben bin. Als ich den Vertrag unterschrieb, rechnete ich mit einer Laufzeit von fünf Jahren, plus vielleicht noch einmal drei Jahren Verlängerung. Inzwischen machen sich finanzielle Engpässe immer stärker bemerkbar.
Der Kampf ums Geld hat sich in den letzten fünf bis sechs Jahren verschärft. Auch in Essen, und zwar besonders heftig, nachdem man – im Rahmen von «Ruhr.2010» – Kulturhauptstadt Europas war.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Sonst wären die drastischen Einschnitte in die Kulturhaushalte im Ruhrgebiet noch früher gekommen. Nach 13 Jahren in Essen war mir klar, dass ich gehe. Die Politik wollte etwas anderes mit dem Theater als ich. Also verständigten wir uns, dass ich die drei letzten Spielzeiten meiner Intendanz noch passabel über die Bühne zu bekommen versuche.
Klingt nach einem nicht eben rosigen Ende ...
Ich konnte während meiner Zeit alles Wesentliche realisieren. ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Kai Luehrs-Kaiser
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