Masque ohne Mätzchen
Das Erlanger Markgrafentheater realisiert alljährlich ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Staatstheater Nürnberg und der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg. Das Repertoire ist zumeist barock, die Musiker sind vorwiegend jung, inszenatorisch geht es eher heiter zu. Nach Purcell und Gluck widmete man sich in diesem Jahr einer bis jetzt in den Archiven schlummernden Händel-Oper, dabei lud sich der scheidende Nürnberger Intendant Wulf Konold gleich selbst als Regisseur ein.
Für «Alceste oder Die Wahl des Herkules» erstellte die junge Dramaturgin und Theaterwissenschaftlerin Tina Hartmann eine neue, recht eigenständige Textfassung, denn das Original ist verschollen. 1749 beauftragte der Londoner Operndirektor John Rich Händel mit einem Werk für Covent Garden, den Text lieferte der damals überaus einschlägige Dramatiker und Satiriker Tobias Smollett. Kurz vor der Uraufführung bebte die Erde in und um London, das potenzielle Publikum floh aufs Land, und die Financiers zogen sich diskret zurück. Smolletts Text wurde nie gedruckt, Händel verwendete Teile seiner Musik in anderen Werken wie dem Oratorium «The Choice of Hercules».
Für die Erlanger Produktion hat sich Tina Hartmann bei diversen ...
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Staatsoperndirektor Ioan Holender nennt die Wiener Philharmoniker gern «das beste Opernorchester der Welt». Nicht alle freilich teilen seine Meinung, speziell hinsichtlich der Darbietungen im Opernalltag. Schuld an der gelegentlich hörbaren Unlust der Musiker seien, heißt es, deren Unterdotierung sowie das leidige Rotationsprinzip und, damit verbunden, auch jenes...
Die Prager Staatsoper (Státní Opera Praha) gibt es genau genommen erst seit sechzehn Jahren. Doch die Operngeschichte reicht weit zurück. Einige Beispiele: 1787 wird in dem 1783 gegründeten Nostiz’schen Nationaltheater Mozarts «Don Giovanni» uraufgeführt; 1789 übernimmt Carl Maria von Weber die Leitung des nun unter dem Namen Stavovské Divadlo firmierenden Theaters...
«Die Soldaten» wiedergehört. Ohne Szene. Das Stück läuft ja bei der RuhrTriennale mit riesigem Erfolg und wird in der Bochumer Jahrhunderthalle ständig wiederaufgelegt. Auch bei Willy Decker in Dresden war es ein Erfolg, ebenso bei Harry Kupfer in Stuttgart, Hans Neuenfels in Berlin. Vielleicht geht es den «Soldaten» so wie Debussys «Pelléas»: Das Stück wird wenig...
