Aufgewärmt
Benjamin Britten, genau hundert Jahre jünger als Verdi und Wagner, ist der wichtigste Bühnenkomponist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dennoch scheint er – zumindest im Vergleich zu den beiden anderen «Jahresregenten» – in diesem Jubiläumsjahr nicht gerade hektisch gefeiert zu werden. Bei den Neuveröffentlichungen von Britten-Opern auf DVD hält man sich bislang eher ans Gestern. Vor sieben Jahren, zum 30. Todestag des Komponisten, hatte Arthaus dem «Orpheus Britannicus» eine DVD-Kassette mit acht seiner Bühnenwerke gewidmet.
Auch das zunächst ohnehin fürs Fernsehen geschaffene Pazifisten-Drama «Owen Wingrave» war darunter, in Margaret Williams’ subtiler, mit viel Poesie zwischen Realismus und Surrealem pendelnder TV-Inszenierung für Channel Four (2001). Nun legte das Label diese Produktion als Einzel-DVD wieder auf. Sie lebt vor allem von der Persönlichkeit Gerald Finleys, der den Konflikt des Titelhelden mit seiner dem Kriegshandwerk ergebenen Familie mitreißend gestaltet – bis hin zum tragischen Ende. Eindrucksvoll auch Josephine Barstow als starrsinnige Patriarchin der Wingraves sowie Peter Savidge als Spencer Coyle, Owens verständnisvoller Lehrer in der Militärakademie. ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Gerhard Persché
Meldungen
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