Von Neuem träumen
Wie kann sich ein Intendant in Putins Russland profilieren? Wie muss er sich verhalten? Valery Gergiev mit seinem unstillbaren Hunger nach Ausweitung seines Machtbereichs ist ein gutes Beispiel. Sich das Bolschoi-Theater zu angeln, ist dem Mariinsky-Chef nicht gelungen, stattdessen hat er jetzt ein Auge auf das Sankt Petersburger Konservatorium geworfen. Ein anderes ist der Generaldirektor des Mikhailovsky-Theaters, Vladimir Kechman, der berüchtigte «Bananenkönig», der vor einigen Jahren das baufällige Gebäude mit eigenem Geld restaurieren ließ und dem Haus rasch zu Erfolg verhalf.
In der vergangenen Spielzeit liefen vor allem «Eugen Onegin» und «Billy Budd» gut. Die dritte Produktion, «Der fliegende Holländer», sollte ursprünglich Vera Nemirova inszenieren. Ihr Name verschwand, aus welchen Gründen auch immer, aus der Besetzungsliste; Vassily Barkhatov übernahm. Mit sicherem Riecher machte Kechman den dreißigjährigen Regisseur gleich nach der Premiere zum Künstlerischen Direktor. Barkhatov hat nicht nur am Mariinsky- und Bolschoi-Theater inszeniert, er ist in Russland vor allem als Fernsehmoderator bekannt. Außerdem ist Barkhatov Mitglied der Gesellschaftskammer, einer ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Alexej Parin
Die Statistik ist dürftig. Fünf Produktionen in den vergangenen elf Jahren, die letzte anno 2008 in Kaiserslautern, das kontrastiert krass zur einstigen Bedeutung. Mit rund 700 Aufführungen rangierte «Jonny spielt auf» in den Zwanziger- bis Vierzigerjahren auf der Hitliste ganz oben. Bis die Nationalsozialisten Ernst Krenek zur «Entarteten Musik» zählten. Und sie...
Italiens Bruttosozialprodukt werde frühestens 2018 wieder den Stand von 2007 erreichen, prognostiziert der Internationale Währungsfonds. Der in Italien lebende Rezensent, dem auch die kulturellen und gesellschaftlichen Folgen von zwei Jahrzehnten Berlusconi vor Augen stehen, prophezeit, dass noch mindestens eine Generation unter den Folgen leiden wird. Die...
Sie heißen «Passion», «Maria Magdalena», «Im Anfang», «Weinstock» oder «Geist». Sie sind durchnummeriert, von I bis IX, doch die Reihenfolge spielt keine Rolle. Sie kreisen um Texte aus dem Johannes-Evangelium und der Apostelgeschichte, um apokryphe Quellen (Thomas-Evangelium) und die «Sprüche der Väter» (Pirqe Avot) aus dem babylonischen Talmud. Sie suchen in...
