Grenzgänge zwischen Ost und West
Wichtige Erkenntnisse lassen sich am besten aus genügendem Abstand gewinnen. Das gilt nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für eine so komplizierte Angelegenheit wie das, was gemeinhin kulturelle Identität genannt wird. «Als japanischer Auslandsstudent war ich meiner Heimat zum ersten Mal fern», sagte Toshio Hosokawa vor einem Jahr in einem Vortrag beim Mozartfest Würzburg, «und erst aus solcher räumlichen Distanz heraus konnte ich das spezifisch Japanische wirklich wahrnehmen.
Erst indem ich in einem fremden Kulturraum lebte, wurde mir ganz bewusst, dass ich Japaner bin und in der traditionellen japanischen Kultur aufgewachsen war.» Für den 1955 in Hiroshima geborenen Komponisten kam dieser Moment der Erleuchtung Ende der 1970er-Jahre in Berlin, als ihn sein Lehrer Isang Yun auf die alten, unter die Räder des technischen Fortschritts geratenen Traditionen aufmerksam machte. Bei Klaus Huber in Freiburg, wo er seine Studien fortsetzte, konnte er seine Erfahrungen vertiefen, und zugleich nahm sein langfristiges Ziel erste Konturen an: die Synthese der japanischen Auffassung von Kunst und ihrer geistigen Grundlagen mit europäischen Kompositionsverfahren.
Hosokawas ...
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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 48
von Max Nyffeler
Konzerthaus Dortmund. Teodor Currentzis probt Purcells «Indian Queen». Im September tourt er damit durch Europa. 20 Minuten lang arbeitet er mit dem Countertenor Ray Chenez an einer einzigen Phrase. Singt vor, erklärt Bögen und Betonungen, dünnt das Continuo aus, wiederholt. Für solch zeitraubende Detailarbeit ist der Probenfanatiker berühmt und berüchtigt. Das...
1. Uraufführung
2. Wiederentdeckung
3. Aufführung
4. Regie
5. Bühne
6. Kostüme
7. Dirigent(in)
8. Sänger(innen)
9. Nachwuchskünstler(innen)
10. Opernhaus
11. Orchester
12. Chor
13. Ärgernis
14. Buch
15. CD/DVD
John Allison
London
Opera, Sunday Telegraph
1. Elena Langers «Figaro Gets a Divorce» an der Welsh National Opera
2. Martinus «Tri sestri» in Ostrava
3. Strauss’...
Da ist es wieder, das große «Bla Bla». Gab es 26 Jahre lang nicht mehr live zu hören. Wer wollte, behalf sich in dieser Zeit mit dem Mitschnitt der Mannheimer Uraufführung 1987. Oder, ganz anders, aber ähnlich krass, mit dem Hörspiel, das die Einstürzenden Neubauten drei Jahre später aufnahmen. Zu dieser Zeit, Ende 1990, war Wolfgang Rihms Oper schon von den...
