Von Lebenselixieren und grauen Wölfen
Zürich hat Opernfestspiele gefeiert. Wie jeden Sommer zum Abschluss der Spielzeit. Eine thematische Bündelung oder gar künstlerisch innovative Planung kennt man dafür seit Jahren nicht mehr. Sängerstars geben sich die Klinke in die Hand. Ein Konzept, das Stückwahl, Regieteam und Solistenengagements aufeinander beziehen würde, war auch diesmal kaum auszumachen. Obwohl sein Haus das bestdotierte Europas ist, stellt Opernchef Alexander Pereira zusätzliche Subventionsforderungen. Stars, so Pereira, kosteten Geld.
Das Engagement von Stars aber sei die Voraussetzung, um private Sponsoren zu gewinnen. Wie auch immer – die Forderungen stehen in krassem Missverhältnis zum künstlerischen Ertrag der jüngsten Zürcher Premieren. «Die Sache Makropulos» enttäuschte herb. Und auch bei «Tiefland» konnte von einer zwingenden Verbindung von Musik und Szene keine Rede sein.
Star der Janácek-Premiere war, genau genommen, die große Bühnenbildnerin Titina Maselli, die 2004 starb. Ihre letzte Arbeit waren die Skizzen zu Janáceks «Sache Makropulos», die sie für die Oper Zürich angefertigt hatte. Eine «plastische These» nannte Maselli diese Skizzen, aus denen heraus der Regisseur seine Vorstellungen ...
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