Ein Vorschlag zur Güte

Der Architekt Stephan Braunfels bringt Bewegung in die Debatte um die Renovierung der Berliner Staatsoper

Opernwelt - Logo

Wenn er nicht am Zeichentisch sitzt oder auf einer Baustelle herumklettert, kann man sicher sein, Stephan Braunfels in einem Opernhaus zu treffen: Unermüdlich propagiert er die Werke seines Großvaters Walter, dessen «Heilige Johanna» gerade zur «Wiederentdeckung des Jahres» gewählt wurde. Regelmäßig entwirft er Bühnenbilder – etwa für Nikolaus Lehnhoffs «Lohengrin» in Baden-Baden und gerade erst für «Fidelio» an der Deutschen Oper am Rhein.

Vor allem aber ist der Stararchitekt ein leidenschaftlicher Opernfan, der auch gern selbst mit Hand anlegt, um sich ein ästhetisch erträgliches Ambiente für sein Lieblingsvergnügen zu schaffen: An der Komischen Oper möbelte er aus Eigeninitiative das heruntergekommene Foyer mit einer effektvollen Spiegelgalerie auf; auch bei seinem Beitrag zur Debatte um die Sanierung des Innenraums der Berliner Staatsoper ließ sich Braunfels nach eigenem (durchaus glaubwürdigen) Bekunden nicht von der Aussicht auf einen weiteren Auftrag für sein Büro leiten, sondern allein von seiner Liebe zur Sache.
Tatsächlich steckt der Karren derzeit ziemlich im Dreck, nachdem der Wettbewerb um die Innenrenovierung des  Knobelsdorff-Baus Unter den Linden zu einem fatalen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Italienische Reise

«Nun haben Dilettanten aus Florenz / Aus heidnischen antiken Schriften / Sich Theorien künstlich ausgedacht. / Nach denen wird fortan Musik gemacht», lässt Hans Pfitzner den Protagonisten seiner Oper «Palestrina» singen, nachdem dessen Schüler Silla sich als Anhänger des «Stile nuovo» deklarierte.
Er thematisierte damit den Umbruch von kunstvoll kontrapunktischer...

Blond in Nagasaki

Wenn in «Madama Butterfly» Fetzen der amerikanischen Nationalhymne erklingen, hält das Publikum sie stets für den Herkunftsnachweis von Pinkerton, der als US-Marineoffizier das Herz der kleinen Cio-Cio-San bricht. Die Kölner Neuinszenierung von Patrick Kinmonth beweist, dass sie auch für Butterfly eine Sehnsuchtsmelodie sind. Die Oper ist ja eine getarnte Parabel...

Der andere Pfitzner

Hans Pfitzner ist durch Ingo Metzmachers Aufführung der Eichendorff-Kantate «Von deutscher Seele» (1921) mit ihrem völkisch dröhnenden Schluss «Fass das Steuer, lass das Zagen» am Nationalfeiertag wieder als unverbesserlicher Antisemit, Nazi-Sympathisant und Reaktionär ins Gerede gekommen. Die harfenumrauschte Elfen-Oper «Die Rose vom Liebesgarten» (1901) nötigt...