Subtiler Horror

Boesmans: Au Monde Aachen / Theater

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Als Joël Pommerat sein Theaterstück «Au monde» zum Opernlibretto umformte und dabei im Blick hatte, dass er selbst 2014 zum Regisseur der Uraufführung von Philippe Boesmans gleichnamigem Musiktheater an der Brüsseler Monnaie-Oper auserkoren war, bekannte er sich zum Unbestimmten seiner Erzählung: «Mit ‹Au monde› wollte ich Löcher und große Öffnungen schaffen.» Die zwanzig knappen Szenen umreißen tatsächlich nur vage eine Familiengeschichte, in der Gewalt und Inzest wetterleuchten, aber niemals offen zutage treten.

Philippe Boesmans, der von Gerard Mortier installierte Hauskomponist der Monnaie-Oper und dort in Form einer vergoldeten Vignette unter der Brüstung der Proszeniumsloge inzwischen quasi unsterblich, steuerte die süffige, fast ungebrochen spätromantische Tonspur bei, die zur Aufklärung der Familienverhältnisse wenig beitrug, sondern eher – in der Tradition von Debussys «Pelléas» – die düsteren Ahnungen mehrte.

Pommerat inszenierte die Uraufführung in Brüssel schnörkellos in Éric Soyers schwarz ausgeschlagenen, hohen Räumen, Patrick Davin dirigierte Boesmans fein gewirkte, postmoderne Partitur mit höchster Delikatesse und Referenzen an Debussy. Nun hat die Aachener Oper sich ...

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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Regine Müller

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