«Eigentlich bin ich schüchtern»

Die erste Carmen (die ihr Nikolaus Harnoncourt anbot) hat die lettische ­Mezzosopranistin Elina Garanca abgelehnt. Ihr Star-Image empfindet sie als Last, das Leben einer Diva verbindet sie mit Einsamkeit. Warum dann die schicke Maskerade? Weil das zum Job gehört. Schließlich will sie nur eines: singen. Möglichst mit den Besten der Besten. Sagt sie.

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Frau Garanca, dürfen wir kurz aus einer Oper zitieren?
Ich bin gespannt. 

Also: «Stirb, Ungeheuer, durch unsere Macht!»

O Gott!

 

Denken Sie noch manchmal an jene fernen Zeiten, als Sie das gesungen haben? An das Südthüringische Theater zu Meiningen in der Saison 1999/2000?

Ja, schon. Und ich mache mir manchmal schon Gedanken, was gewesen wäre, hätte ich dieses Engagement in Meiningen nicht angenommen. Aber inzwischen muss ich mit einem leisen Lächeln an diese Zeit denken.

Wie naiv kann man eigentlich mit 21, 22 Jahren sein, wo andere schon Kinder bekommen  und den Opernbetrieb für etwas halten, wo es nur tolle Kostüme für die drei Damen gibt und schöne Perücken, und wo man dann stattdessen auf die Realität des deutschen Regietheaters trifft. Für mich war diese «Zauberflöten»-Produktion ein Schock, aber er war so heilsam, dass mich heutzutage fast nichts mehr erschrecken kann. 

 

Aber Sie haben hoffentlich keine Angst vor dem deutschen Regietheater?

Nein. Es ist nur eine professionelle Erkenntnis. Ich treffe immer noch wahnsinnig tolle Leute wie Martin Kusej, Christof Loy oder auch Bartlett Sher, mit dem ich an der Metropolitan Opera in New York Rossinis «Barbiere di Sivi-

glia» ...

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Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Interview, Seite 16
von Jürgen Otten

Vergriffen
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