Rasende Passion
Seine Aufführungen von Otello, Peter Grimes, Tristan, Parsifal, Don José, Canio, Laca, Hermann, Don Alvaro, Samson (von Händel wie von Saint-Saëns) und Florestan haben bei Tausenden von Opernenthusiasten unauslöschlichen Eindruck hinterlassen – sowohl wegen der überwältigenden Intensität der Darstellung als auch wegen der hypnotischen Ausdrucksvielfalt seines Vokalismus.
Ganz gewiss hat er sich einen Platz in jenem Pantheon verdient, in dem ein charismatischer Darsteller und eine vielgestaltige Rolle sich verbanden: wie Carusos Canio, Schaljapins Boris, Calvés Carmen, Rysaneks Frau ohne Schatten, Oliviers Oedipus und Gielguds Hamlet. (William Albright)
All diese Eigenschaften und Fähigkeiten von Jon Vickers hatten eine dramatische Kehrseite. Viele, die mit ihm zu arbeiten hatten, haben unter ihm sowohl psychisch als auch physisch zu leiden gehabt. Im Vergleich mit ihm –, seinem moralischen Rigorismus und seiner Intoleranz, seiner Wildheit und Gewalttätigkeit – war Maria Callas ein Lamm. Doch entsprang sein widersprüchliches Verhalten nicht bloßen Launen. Vickers sah in seiner Arbeit und seiner Karriere, wie Jeannie Williams in ihrer Biografie des Sängers («A Hero’s Life») ...
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Herr Richter, wenn Sie die zurückliegenden zehn Jahre als Intendant der Deutschen Oper am Rhein Revue passieren lassen – was fällt Ihnen spontan zu den Stichworten «größtes Glück» und «größtes Ärgernis» ein?
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