Chauvinist!
Minderwertigkeitskomplexe hat er nicht: Als der Kongress seinen Vorschlägen zustimmt, dankt er «im Namen der Menschheit». Seinen Mitarbeitern gegenüber gibt er sich als toleranter Chef. Doch seine Anordnungen setzt er mit brutaler Härte durch, Zuwiderhandelnden drohen drakonische Strafen.
Wer ist es? Obama? Nein, denn Frauen kommen bei ihm für Führungsaufgaben nicht in Betracht. Und Trägern anderer Hautfarben gegenüber scheint er deutliche Vorbehalte zu haben.
Wer dann? Ein Erfolgspolitiker aus den Südstaaten oder aus der Innerschweiz?
Der Mann, von dem hier die Rede ist, entwickelte sein Persönlichkeitsbild erstmals am 30. September 1791 vor einem breiteren Publikum. Und obwohl einer seiner Mitarbeiter erklärt, er bewundere an seinem Vorgesetzten unter anderem die «weisheitsvollen Reden», hat die Nachwelt doch einige Zweifel an der Integrität dieses Charakters angemeldet. Zweifellos würden Frauen seine an junge Mädchen gerichtete Mahnung, «ein Mann muss eure Herzen leiten, denn ohne ihn pflegt jedes Weib aus seinem Wirkungskreis zu schreiten», sarkastisch mit «Chauvi» apostrophieren. Und seine disqualifizierenden Bemerkungen über einen Farbigen, seine Seele sei ebenso schwarz wie ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Gerhard Persché
Ob Filme unbedingt den Auftritt von Stars brauchten, wurden neulich die Coen-Brüder gefragt. Das sei, antworteten sie, «ein sehr kompliziertes Thema, über das man stundenlang reden könnte». In der Oper ist die Sache so eindeutig wie im Fußball: Stars auf dem Spielfeld, besser: ein Superstar, steigern für viele Menschen den Erlebniswert einer Veranstaltung, sie...
Das Bild vom Kreator der «Reformoper» war lange musikgeschichtlich so verfestigt, dass der «andere» Gluck ganz in Vergessenheit geriet. Dass mit dem (1750 in Prag uraufgeführten) «Ezio» nun ein früheres Gluck-Stück wiederentdeckt wurde, liegt wohl ebenso an der gewachsenen Geltung der Barockoper wie an der postmodern erweiterten Bewertung des Komponisten. Und die...
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