Nachts im Museum
Die Verwirrung der Gefühle hat der regieführende Intendant Stefano Mazzonis di Pralafera zu überwiegend zentralperspektivischen Symmetrien geordnet. Das sieht, in Jean-Guy Lecats quaderhaften Bildern, von Franco Marri differenziert ausgeleuchtet, nicht einmal übel aus, verleitet seine Figuren aber zu entsprechend gestischen Stereotypen. Arme ausbreiten, rechts, links. Die ziemlich disneymäßig originalägyptischen Priester, Krieger, Volkschoristen sowieso. Fäusteballen in Gruppen. So schauen wir in eine Art Westentaschen-Verona.
Doch das alles findet statt in der deutlich intimeren Opéra Royal de Wallonie, und Speranza Scappucci macht aus den begrenzten Überwältigungsmöglichkeiten qua Masse eine Tugend, setzt auf einen schlanken, durchsichtigen Klang. Die (seit der vergangenen Saison) musikalische Hausherrin geht es im Ganzen zügig an, arbeitet mit dem Orchester allerdings immer wieder feine, immer organische Ritardandi heraus. Schade, dass dabei manche Pause überspielt wird, da wäre, auch im Konzept Kammerspiel, noch eine Reserve an Spannung und Drama drin gewesen. Jedenfalls kann man sich an samtigem Streicherklang und schönen Einzelheiten (Englischhorn!) erfreuen.
«Aida» wird ...
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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Holger Noltze
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Der russische Komponist Alexander Wustin, geboren 1943, hat sich den Ruf eines ernsthaften, tiefgründigen Avantgardisten erworben. Sein intensives Erleben der Zeitgeschichte als Raum für das aktuelle Musikschaffen lässt ihn in gewisser Weise zu einem Erben Anton Weberns werden. Vladimir Jurowski, seit 2011 Leiter der Jewgenij-Swetlanow-Symphoniker, ernannte Wustin...
Herr Katzameier, Sie werden weltweit als Sciarrino-Spezialist geschätzt, an der Berliner Staatsoper haben Sie gerade an zwei Uraufführungen mitgewirkt, bei den Salzburger Osterfestspielen 2019 kommt «Thérèse» heraus, ein Werk von Philipp Maintz, bei dem Sie nicht nur die männliche Hauptrolle singen, sondern zu dem Sie auch das Libretto geschrieben haben. Wann sind...
