Facebook in Güllen
Nach langem Bitten und einer eigens für ihn angesetzten Vorstellung der Wiener Staatsoper sagte der Meister endlich zu. Friedrich Dürrenmatt hatte sich zunächst dagegen gewehrt, dass sein «Besuch der alten Dame» auf die Opernbühne kommt. Erstens konnte er Oper nicht leiden. Und zweitens: Wer gibt schon sein Erfolgsstück frei? Doch Gottfried von Einem hatte Beziehungen. Staatsoperndirektor Egon Hilpert setzte einen «Don Giovanni» ab und stattdessen «Dantons Tod» auf den Spielplan, Einems Nachkriegserfolg.
Dürrenmatt kam, hörte und war schließlich sogar bereit, selbst das Libretto zu liefern. Wien blieb dem so entstandenen Stück gewogen und setzte die Uraufführung in Starbesetzung an. Christa Ludwig sang 1971 die milliardenschwere Claire Zachanassian, Eberhard Wächter jenen Alfred Ill, der sie als Mädchen geschwängert und verlassen hat und dessen Tod sie sich nun buchstäblich erkauft. Auch sonst erlebte der «Besuch der alten Dame» einen guten Opernstart, zumal Astrid Varnay die Titelpartie lernte und Dirigenten wie John Pritchard, Berislav Klobucar und Klaus Tennstedt sich dafür interessierten. Der Erfolg hielt allerdings nicht lang.
Ein kluger Schachzug des Stadttheaters Gießen also, ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Stephan Mösch
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