Intervention des Gegenwärtigen

Anfang Mai beginnt die erste Saison der Wiener Festwochen unter MARKUS HINTERHÄUSER. 2017 wird er Intendant der Salzburger Festspiele

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Festspiele sollen etwas Einmaliges, Außergewöhnliches, Nicht-Alltägliches sein. Ist dies in einer von den Medien beherrschten Zeit überhaupt noch möglich?
In Wien entsteht jedes Jahr ein im Kleid von Festwochen sich darstellendes Konstrukt aus Veranstaltungen – Theater, Oper, Konzert, Performance, Bildende Kunst –, die einem bestimmten Gedanken folgen. Wenn Sie so wollen, springen wir auf einen Zug auf, der hier ohnehin übervoll ist.

Doch auch ohne zwanghaft nach Originalität zu suchen: Es ist immer möglich, Dinge zu erfinden und in einen sinnvollen Spannungszustand zu bringen zu dem, was sonst noch passiert.

Was ist anders als in Salzburg?
In Salzburg, Luzern, Aix oder Glyndebourne findet sich in der Dialektik aus Intimität und zeitlich begrenzter Weltoffenheit ein Publikum zusammen, und es entsteht quasi eine Gemeinschaft. Die Wiener Festwochen sind das Festival einer Metropole mit durchaus unterschiedlichen Publika. Ihre Parameter und die der Salzburger Festspiele unterscheiden sich sehr. Siebzig Prozent der Aufführungen in Wien bilden Events aus anderen Teilen der Welt, die man hier in einen bestimmten Kontext setzt. Eigenproduktionen machen etwa dreißig Prozent aus, bei den ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Gerhard Persché

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