Bewegte Leere
Place de la Bastille. Stéphane Lissner empfängt an seinem Arbeitsplatz. Im (nicht mehr ganz) neuen zweiten Haus der Opéra de Paris. Seit August 2014 leitet der 62-Jährige den größten Theaterbetrieb Frankreichs. Gerade hat er in der Bastille Oper seine erste eigene Saison eröffnet. Mit «Moses und Aron», jenem «Endspiel» (Hans Mayer), das er vor 20 Jahren zum ersten Mal in Paris szenisch vorgestellt hatte, am Théâtre du Châtelet. Acht Vorstellungen à 2700 Plätze sind angesetzt. Eine Mäzenin stellte 300 000 Euro für die Produktion bereit.
Auf der klotzigen Fassade prangt, in fetten Lettern, der Slogan: «Verdi ou Schönberg, pourquoi choisir?» Lissner kommt gerade aus dem Kulturministerium, hat sich ein wenig verspätet. Zum Gespräch bittet der Directeur in sein Büro. Aber was heißt hier Büro? Ein edler, weitläufiger Salon tut sich da hinter dem unscheinbaren Vorzimmer auf. Ein mit Stilmöbeln dekorierter Saal, ein Refugium auf gefühlt 300 Quadratmetern. Es sieht aus wie das Domizil eines Prinzipals, der über den Dingen schwebt und dem die Stadt, die hinter der gläsernen Außenhaut leuchtet, zu Füßen liegt.
Le roi est mort? Nicht ganz. Einen Monarchen gibt es in Frankreich zwar schon lange ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Albrecht Thiemann
Frau Rae, Frankfurt war Ihr Erstengagement, seitdem sind Sie dort. Hatten Sie das so geplant?
Ich dachte erst, ich bleibe nur zwei oder drei Jahre. Intendant Bernd Loebe und ich sprechen jedes Jahr miteinander, um zu entscheiden, welche Partien richtig und wichtig für mich sind. Und so ging es immer weiter. Es ist gut, ein solches Zuhause zu haben. Wenn man nur...
Jubilare
Bereits im Alter von vier Jahren sang sie im Kinderchor ihrer Heimatstadt Raleigh, North Carolina, erhielt ersten Gesangsunterricht als 14-Jährige und studierte schließlich an der University of North Carolina und der East Carolina University. Ihre professionelle Opernlaufbahn begann die Mezzosopranistin Jeanne Piland an der New York City Opera, wo sie bei...
Ein grauer Oktoberabend. Monteverdi. Die Toccata aus «L’Orfeo». So geht es los im Berliner Festspielhaus. Zwei Musiker aus Kinshasa spielen die berühmte Melodie. Auf einer E-Gitarre der eine, auf dem Daumenklavier, einer Likembe, der andere. Hinten, vor einer goldgelben Kettengardine, sind alle möglichen Percussion-Instrumente aufgebaut – Xylofon, Woodblocks,...
