Hinaus ins Offene!
Lieder von Charles Ives – das ist in Europa nach wie vor ein nahezu unbekanntes Terrain. Dabei hat der Amerikaner fast 200 Songs geschrieben, die meisten zwischen 1898 und 1918. Vielleicht hängt die Reserve in der Alten Welt mit der Skepsis zusammen, die Ives gegenüber dem klassischen und romantischen Kunstlied hegte. Statt an Beethoven, Schubert oder Brahms orientierte er sich an Rhythmen und Melodien, die er aus der Kirche oder von der Straße kannte. Balladen, Wiegenlieder, Walzer, Märsche, Hymnen – Material für die Suche nach einem genuin «amerikanischen» Idiom.
Freie Formen, objets trouvés aus dem Alltag, leicht zu fassen. Jedes Stück, so lautete Ives’ Mission, sollte von einer anderen Stimme gesungen und in anderer Instrumentierung musiziert werden. Der individuelle Ausdruck, die Kreativität des Einzelnen interessierten den Komponisten mehr als das Werk, der performative Akt war ihm wichtiger als Professionalität. So betrachtet, lassen sich auch die Songs – wie die berühmte «Concord Sonata» für Klavier – als work in progress begreifen, offen für Bearbeitungen jeder Art.
Nun hat Sebastian Gottschick aus Ives’ Liederfundus 24 Einzelstücke gehoben und neu arrangiert – für ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Albrecht Thiemann
Off-Grand» lautet der programmatische Name der neuen Reihe, mit der die Los Angeles Opera Zuschauerkreise ansprechen möchte, die sich für Werke jenseits des Mainstream-Repertoires interessieren. Eröffnet wurde die Reihe im Performing Arts Center des Santa Monica College mit einer Uraufführung – «Dulce Rosa», der neuen Oper des U.S.-Amerikaners Lee Holdridge, der...
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