Wenn Hände sprechen

Drottningholm: Mozart: Così fan tutte

Opernwelt - Logo

Die Blumen sind schön. Und riesig. Einen ganzen Balkon könnte man mit ihnen schmücken. Oder die größte Vase der Welt. Doch hier, wo es darum geht, die Liebe und ihre Tauglichkeit fürs Leben zu erproben, dienen die langstieligen gelben und fliederfarbenen Schönheiten einzig und allein der Werbung zweier falscher Galane. Also wedeln die Herren Ferrando und Gugliemo, um bald festzustellen, dass sie zwar zum Erfolg kommen, leider aber bei der falschen Frau.

Es hat, gerade in den letzten Jahren, zahlreiche drastische Lösungen für Mozarts «Così fan tutte» gegeben.

Wir wollen sie einmal die Latexlederlösungen nennen. Dabei geriet außer Blick, dass die Musik zwar hier und da eine deutliche und sogar deftige Sprache spricht, dass über weite Strecken in diesem dramma giocoso aber der Tonfall subtiler Süffisanz dominiert, des, wenn man so will, tönend bewegten Augenzwinkerns.

Und genau diesen Tonfall erkennt die Regisseurin Sigrid T’Hooft in ihrer überaus geschmackvollen Inszenierung in Drottningholms Slottsteater. Ihre Aufführung versucht erst gar nicht, eine tiefenpsychologische oder sexualpathologische Deutung zu liefern. T’Hooft bescheidet sich mit der (liebevollen) Darstellung allzu ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Schaufenster, Hörbühne, Tango

Wohl stammt die Forderung «Prima la musica» aus den Tagen der neapolitanischen Oper. Doch bei Opern-Recitals scheint sie immer noch en vogue, weil deren Zweck für die jeweiligen Sänger und die Schallplattenfirmen vor allem darin liegt, Stimmen quasi ins Schaufenster zu stellen. Wogegen im Grunde nichts einzuwenden ist – denn natürlich ist Oper Theater für und durch...

Sprechende Künstlichkeit

Lewis Carrolls «Alice in Wonderland» ist ein Kinderbuchklassiker, der es in sich hat. In einer Reihe von Traumsequenzen führt der Dichter seine Hauptfigur durch absurde Situationen mit merkwürdigen, zwischen Tier- und Menschengestalt schillernden Protagonisten und nimmt dabei spielerisch die rigiden Erziehungsmaßstäbe der viktorianischen Zeit aufs Korn. Die...

Der Krieg ist nicht vorbei

Das Ende des Trojanischen Krieges liegt schon einige Jahre zurück. Idomeneo, König von Kreta, hat längst abgedankt, Sohn Idamante hat die Geschäfte übernommen und mit Ilia einen hübschen Knaben gezeugt. Der glückliche Ausgang von Mozarts Musikdrama legt eine solche Fortsetzung nahe. Alles hat sich zum Besten entwickelt: Frieden zwischen den Völkern, Liebe unter den...