Reifröcke, Hosen, Träume, Schäume

Vincis «Artaserse», Händels «Alessandro» und Vivaldis «L’oracolo in Messenia» auf CD

Opernwelt - Logo

Lionel Messi spielt in die Tiefe zu Cristiano Ronaldo, dieser passt quer zu Neymar da Silva Santos, der für Zlatan Ibrahimovic auflegt. Tor. Dem Käufer der kürzlich erschienenen Aufnahme von Leonardo Vincis «Artaserse», so er denn auch an Fußball interessiert ist,  mag Ähnliches in den Sinn kommen, wenn er auf die Besetzungsliste blickt: Vier der zur Zeit renommiertesten Countertenöre und eine Nachwuchshoffnung auf diesem Feld haben sich zusammengetan, um einem beinahe vergessenen Werk wieder auf die Sprünge zu helfen: Leonardo Vincis «Artaserse».

Der Komponist (1696-1730, nicht zu verwechseln mit dem zwei Jahrhunderte älteren Schöpfer der «Mona Lisa») war ein führender Kopf der neapolitanischen Oper. «Artaserse», als letztes Bühnenwerk in seinem Todesjahr in Rom herausgekommen, wurde sogar in London aufgeführt. Der Titelheld ist Sohn des großen Perserkönigs Xerxes, der vom machtgeilen Feldherrn Artabano ermordet wurde. Dieser Mord bildet die Folie der Handlung, die nach dem Muster des «Whodunnit» arrangiert wird, obwohl der Täter von vorneherein bekannt ist. Dennoch gibt es Verwicklungen, Liebesintrigen, Mordversuche in Fülle. Und über allem schwebt der Geist des geschlechtlich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 28
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Eine Ära

Ein Psychodrama von großer Brisanz, ausgefochten von drei hochkarätigen Protagonistinnen – so bietet sich die neue Lübecker «Elektra» dar. Der Ort: ein Kellerraum im Hause Agamemnon, unwirtlich, karg möbliert (Ausstattung: Hartmut Schörghofer). Hierhin hat sich Elektra zurückgezogen und die Tür vermauert, für Chrysothemis und Klytämnestra erreichbar nur durch eine...

Unter Hochdruck

Auch wenn René Jacobs in der neuesten Folge seiner Mozart-Opernserie zu einer ungewöhnlichen Instrumentation greift: So revolutionär wie seine «Così» oder «Zauberflöte» ist diese «Finta giardiniera» nicht. Zumal wenn man sie mit dem Mitschnitt der legendären Brüsseler Inszenierung von Ursel und Karl-Ernst Herrmann unter Sylvain Cambreling (1989; siehe OW 3/2003)...

Debütanten-Event

Wie fragil eine Wagner-Aufführung doch ist – zumal, wenn sie der Eventitis anheimfällt! Der Schlussbeifall für «Tristan und Isolde» bei der Premiere am Staatstheater Nürnberg fiel zwar stürmisch aus, war aber eher darauf zurückzuführen, dass die Vorstellung live in fast fünfzig Kinos übertragen und im Radio gesendet wurde. Für weniger lokalpatriotische Augen und...