Björlings Vermächtnis
«Von Anfang an erwies sich seine Stimme als außerordentlich phonogen. Sie war lieblich wie eine Cremoneser Violine, konnte eine Melodielinie mit der ziehenden Melancholie einer Klarinette oder eines Cor anglais versehen. Sie konnte sich aufschwingen mit glockigem Schlag oder trompetenhaftem squillo-Klang. Mehr noch: Die Art, wie er sie gebrauchte, wirkt auch fünf Jahrzehnte nach seinem Tod nicht veraltet.» Stephen Hastings gründet sein Urteil nicht auf flüchtige Eindrücke.
Für The Björling Sound hat er das Tonträger-Vermächtnis des großen schwedischen Tenors Jussi Björling (1911-1960) analysiert: Die Diskografie umfasst mehr als 400 Aufnahmen (teils unveröffentlichte) und ist alphabetisch nach Komponistennamen geordnet. Mehrere Aufnahmen desselben Werks, aber unterschiedlichen Datums vergleichend, spürt Hastings Björlings stimmlicher Entwicklung nach und erweist sich dabei als Meister im Metier der abwechslungsreichen Stimmbeschreibung. Er nähert sich differenzierend den charakteristischen Qualitäten dieser wunderbaren Stimme, zeigt, wie Björling schon früh seinen nordisch-frischen Tenor in einem breiten Rollenspektrum erkundete, ihn in den späten 1930er-Jahren technisch ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Wiebke Roloff
Prima la musica, poi le parole? Das Verhältnis von Musik und Sprache hat schon Antonio Salieri auf der Bühne behandelt – in seinem gleichnamigen Divertimento, das 1786, gleichsam als dramaturgisches Statement zur damals virulenten Singspiel-Debatte, mit Mozarts Schauspieldirektor in der Orangerie von Schloss Schönbrunn uraufgeführt wurde. Richard Strauss gönnte...
So viel Salzburg war noch nie. 220 Aufführungen sollen während der Sommerfestspiele 2013 stattfinden, an 45 Tagen. Alexander Pereira hat für seine zweite Saison die Sponsorengelder von 8,5 auf 13,5 Millionen Euro erhöhen können. Das ist genau so viel Geld, wie die öffentliche Hand für Österreichs Vorzeigefestival bereithält. Auch diese Konstellation ist neu.
Ende...
Auf ihrem neuem Arienalbum mit dem Allerweltstitel Romantique verbindet Elina Garanca einige Hauptstücke des französischen Mezzosopran-Repertoires wie Saint-Saëns’ Dalila-Arie «Mon cœur s’ouvre à ta voix» und Donizettis «Ô mon Fernand» aus La Favorite mit seltener zu hörenden Preziosen wie dem Schlussgesang der Sapho aus Gounods gleichnamiger Oper, der großen...
