Sizilianische Vesper
Irgendwann hatte man in Rom von den Opernscharmützeln im fernen Süden offenbar genug. Am 4. Dezember 2012 griff der italienische Kulturminister Lorenzo Ornaghi durch und ernannte Fabio Carapezza Guttuso, einen hohen Staatsbeamten und Präfekten, zugleich Adoptivsohn des verstorbenen Malers Renato Guttuso, für zunächst sechs Monate zum kommissarischen Geschäftsführer der Fondazione Teatro Massimo.
Guttusos Ernennung erfolgte auf dem Höhepunkt eines Streits, in dem sich der vor Kurzem wiedergewählte, reformorientierte palermitanische Bürgermeister Leoluca Orlando, der aus Protest gegen die Führung des Hauses vom Posten des Vorsitzenden der Fondazione zurückgetreten war, und Generalintendant Antonio Cognata gegenüberstanden, ein Wirtschaftsprofessor, der eigentlich bis 2014 im Amt bleiben sollte.
Cognata hatte unter den Mitarbeitern des Teatro Massimo jeden Rückhalt verloren. Die seit Langem schwelenden Konflikte zwischen Management und Belegschaft hatten unter anderem zu Streiks und zu einer Besetzung des Hauses geführt. Bei einer Mitarbeiterversammlung am 28. September 2012 war einstimmig die Entlassung von Cognata und dessen Stab gefordert worden. Wenig später sprang die Vereinigung ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Carlo Vitali
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