Staatstheater
Der Frage, wie es Wagner in Bayreuth zurzeit geht, nähert man sich am besten durch den Park der Villa Wahnfried. Weit kommt man nicht, den Weg versperrt ein Bauzaun, an dem ein Banner hängt. Darauf steht in hellgrauen Buchstaben: Bitte um Verständnis. Dahinter liegt das, was vom Park, wie man ihn kennt, übrig ist. Es ist nicht viel.
Im Sommer 2015 soll hier das Richard-Wagner-Museum wiedereröffnen, neu gestaltet und erweitert, zwei Jahre nach dem Wunschtermin im Wagner-Jahr 2013.
Wagners Wohnhaus ist entkernt und grundsaniert, im Garten steht schon der Erweiterungsbau: drei Etagen, davon zwei unter der Erde, der Rohbau ist fast fertig. Hier soll die Bayreuther Festspiel-Geschichte erzählt werden. In Wahnfried geht es dann um Wagners Leben; im benachbarten Siegfried-Wagner-Haus, wo einst Hitler am Kamin saß, um die Rezeptionsgeschichte von Wagners Werk. Mit den hellen und den dunklen Kapiteln. An diesen Räumen wird das Museum gemessen werden – und an diesen Räumen entbrannte in den Gremien die heftigste von vielen Auseinandersetzungen. Wo einst Hitler wohnte und Wieland und Wolfgang Wagner Kriegsgeschichten erzählte, sollte ursprünglich das Museumscafé einziehen. Als dies auf Kritik ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Reportage, Seite 54
von Florian Zinnecker
Titel, Untertitel und Klappentext von Leon Botsteins Buch führen den Interessenten in die Irre. Die sechs Aufsätze des renommierten amerikanischen Dirigenten und Musikwissenschaftlers handeln nicht von «Macht und Ohnmacht der Musikgeschichte», wie der Verlag insinuiert, sondern sind einlässliche rezeptionsgeschichtliche Studien zu Beethoven, Schubert, Brahms,...
Stiffelio» ist neben «Macbeth» Verdis finsterste Oper, aber leider so gut wie unbekannt. In dem 1850 unmittelbar vor dem «Rigoletto» entstandenen Werk finden sich keine die Tragik transzendierenden Aufgipfelungen, keine utopischen Glücksmomente, wie Verdi sie sonst kennt. Das ungewöhnliche Sujet – Lina, der ehebrecherischen Frau des protestantischen Sektenpredigers...
Merkwürdig. Ist da was …? Der König hebt den treuen Vasallen im siegreichen Kampf wider die Sachsen hervor. Und die Inszenierung konstruiert da flugs ein Dreieck aus einem notorisch Gutgläubigen und zwei Verdächtigen. Der König: Marke? Die ihn hintergehen: Isolde? Tristan? Und da, bevor Akt zwei anhebt – der da auf der blau-weiß-rot drapierten Bühne durch den...
