Durch Politik zur Hölle
«Verdi im Visier» – so lautet das martialisch anmutende Motto für eine Aufführungs-Trias der Staatsoper Hamburg von drei frühen Opern des Komponisten: «La battaglia di Legnano», «I due Foscari» und «I lombardi alla prima crociata» unter der musikalischen Leitung von Simone Young und in der Regie von David Alden. Schon nach den beiden ersten Aufführungen kann man vom «Glück des Gelingens» sprechen, dies umso mehr, als die dramaturgisch durchdachten Aufführungen einen neuen Blick auf die nach wie vor unterschätzten Werke aus Verdis «anni di galera» erlauben.
Schon der Einführungstext zu «I due Foscari», den Wolfgang Willaschek für das Programmheft geschrieben hat – eine begeisterte und begeisternde Verbalisierung des musikalischen Dramas –, führt das Gerede über die Schwächen oder Trivialitäten des jungen Verdi ad absurdum.
In der Tat kann man sich nur wundern, dass die Dogen-Oper auf ein Drama von Lord Byron erst jetzt, 169 Jahre nach der Uraufführung 1844, ihre Hamburger Erstaufführung erlebte. Dasselbe gilt für «La battaglia di Legnano» von 1849, Verdis einzige explizite Risorgimento-Oper.
Welche Bedeutung dem wohl ehrgeizigsten Projekt des Verdi-Jahres auf deutschen Bühnen ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Jürgen Kesting
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