Ensemblepflege
Es gibt noch Theater, in denen ein Ensemble nicht dazu benutzt wird, um persönliche Eitelkeiten und falschen Ehrgeiz der Leitung zu bedienen. Glückliches Meiningen! GMD Hans Urbanek und Intendant Ansgar Haag wissen, was Ensemblepflege heißt. Der Spielplan am Südthüringischen Staatstheater ist auf die eigenen Sänger abgestellt, auf deren Können und Möglichkeiten. Der jüngste Coup wurde mit Ovationen gefeiert. Zu Recht.
Mit der Neuinszenierung von Rossinis «Guglielmo Tell» (aufgeführt in einer klugen Strichfassung, die 195 Minuten dauert) darf sich das Haus überregionaler Beachtung erfreuen – nicht nur deshalb, weil es mit dem chinesischen Tenor Xu Chang einen Arnoldo hat, der mühelos das meistert, woran es dem Gros seiner Kollegen gebricht: fast zwanzigmal das hohe C und als Dreingabe ein hohes Es!
So spektakulär dieser Tenor singt, er steht gleichwohl nicht einsam im Mittelpunkt. Der koreanische Bariton Dae-Hee Shin in der Titelrolle dominiert mit großer sängerdarstellerischer Intensität, obwohl seine Partie keine großen Solonummern aufweist. Dafür zieht er in allen Ensembleszenen die Aufmerksamkeit auf sich dank seiner farbenreichen, warmen und, wo nötig, strahlkräftigen Stimme, ...
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Was die Ruhrtriennale von vielen anderen Festspielen unterscheidet, sind nicht zuletzt die Räume. Wer 2006 Bernd Alois Zimmermanns «Soldaten» sah, wird das Zusammenspiel von Zimmermanns multiperspektivischem Kugeltheater mit der monumentalen Stahlkonstruktion der Bochumer Jahrhunderthalle ebenso wenig vergessen wie die magische Aura, mit der die leergefegte...
Warum, um Gottes willen, die «Taubenpost» als harmlos-versöhnlicher Schluss nach der «Stadt», diesem traumatischen Bild verlorener Liebe, und dem grausigen «Doppelgänger»? War denn jenem Verleger, der aus Franz Schuberts Liedern nach Gedichten Rellstabs und Heines den Zyklus «Schwanengesang» zusammenstellte und diesem am Schluss eben die «Taubenpost» eines gewissen...
Immer weniger Natur, immer mehr Industrie, mehr Technik, mehr Tempo, mehr soziales Gefälle. Die Menschen im 19. Jahrhundert lehnten sich auf gegen die rasante Veränderung ihres Lebensumfeldes. Schon Goethe ahnte, dass die Entwicklung, deren Anfänge er mitbekam, einschneidend und unumkehrbar war. Und er war froh, dass er sie nicht mehr erleben musste. In der Oper...
