Mit Nachdruck
Die Sopranistin Anne Schwanewilms ist vor allem durch ihre Verkörperung der großen Strauss-Partien bekannt geworden. Seit einiger Zeit widmet sie sich aber auch intensiv dem Lied. 2013 legte sie ihr erstes Lied-Recital beim Label Capriccio vor, wo jetzt eine weitere CD erschienen ist.
Im Zentrum des klug komponierten Programms stehen elf Schubert-Lieder, darunter einige der populärsten und meistaufgenommenen, wie «An den Mond», «Im Abendrot», «Die junge Nonne», «Der Tod und das Mädchen». Das fordert zum Vergleich heraus – den Schwanewilms nicht besteht.
Auch im Liedgesang, bei dem jede Nuance zählt, kann sie mit ihrer Neigung zum schönen Ton und zur runden Phrase die Opernsängerin nicht vergessen machen. Dennoch irritieren weniger die kleineren stimmlichen Unebenheiten – Intonationstrübungen, enge Tongebung, angestrengt klingende Spitzentöne, manierierte Vokalverfärbungen – als die oft wenig sensible, allzu nachdrückliche Wortdeklamation. Bei der Schubert-Auswahl, darauf deutet schon der der Schiller-Vertonung «Schöne Welt, wo bist du?» entlehnte Titel der CD, konzentriert sie sich auf reflexive, melancholische Stücke – und gerade dieser Ausdruck liegt Schwanewilms’ immer zum ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Uwe Schweikert
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