Editorial
Der Austausch von Opernproduktionen ist ein Phänomen, das immer weitere Kreise zieht, aber nur selten thematisiert wird. Für die einen (wie Stephane Lissner, den Intendanten von Aix-en-Provence und der Scala) verbindet sich damit eine Sicherung der Zukunft; für andere (wie den Stuttgarter Opernchef Klaus Zehelein) droht das Gespenst der Gesichtslosigkeit. Von den verschiedenen Aspekten des Themas ist der finanzielle der simpelste. Gegen das Sparen via Koproduktion lässt sich grundsätzlich wenig sagen, im Detail jedoch viel.
Denn was heißt Koproduktion? Der ästhetische Aspekt entscheidet – letztlich auch über die Frage, was sich unter Spardruck verantworten lässt und was nicht. Konkret: Ob eine Koproduktion gelingt, zeigt sich bei der zweiten, der «verpflanzten» Aufführungsserie.
Das Theatergesetz, das für sie gilt, bleibt unerbittlich: Das choreografische Element einer Aufführung ist übertragbar; die Motivation, die dahinter steht, kaum. Wenn der Weg zum Ziel wegfällt, wirkt das Ergebnis schal. Was selbstverständlich die musikalische Arbeit einschließt. Mit anderen Worten: Der Weg bleibt dem künstlerischen Resultat eingeschrieben und bestimmt wesentlich den Erfolg. Ästhetische ...
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Max Reinhardt gehört zu Salzburgs Gründervätern. Dennoch musste man, wie so oft schon, bei den Bregenzer Festspielen an einen seiner Aussprüche denken. Nördlich von Verona, hat er einst sinngemäß befunden, solle man mit Freiluft-Aufführungen zurückhaltend verfahren. Weiß Gott, ruft man sich den Premierentag des Spiels auf der Seebühne ins Gedächtnis. Den ganzen...
Die luzidesten Einsichten zu vermeintlich sattsam Bekanntem, zu scheinbar hoffnungslos Vernutztem haben nicht selten weitab der musikalischen Hauptwege siedelnde Querköpfe – jene Paradiesvögel, die noch in dem banalsten Schlager oder der seifigsten TV-Erkennungsmelodie eine poetische Wahrheit aufspüren.
Das italienische Duo Gianluigi Trovesi (Klarinetten) und...
Ich bin ein frommer Mensch. Ich komme von der Kirchenmusik», sagt Thomas Daniel Schlee und schaut zum wolkenverhangenen Kärntner Himmel auf, als die ersten dicken Tropfen fallen. Sollte der Herrgott da oben etwa schon wieder die Schleusen öffnen? Einmal mehr sintflutartige Niederschläge schicken, die den Ossiacher See fast zum Überlaufen brachten – und das mitten...
