Überlebenskünstler
Mit 37 Jahren kommt ein Festival langsam in die Jahre, aber dem Rossini Opera Festival gelingt es immer wieder, sich neu zu erfinden. Und das bei schrumpfenden Finanzen (das Budget heute: fünf Millionen Euro; vor wenigen Jahren waren es noch sieben Millionen). Die Bilanzen stimmen trotzdem in Pesaro. Hier treten auch gefragte Solisten für geringe Gagen auf – weil man ihnen eine Bühne bietet, auf der sie sich vor internationalem Publikum (rund zwei Drittel der Besucher kommen aus dem Ausland) und der Weltpresse in routinefreiem Ambiente präsentieren können.
Koproduktionen senken die Kosten. Die aktuelle «Donna del lago» etwa stemmte man gemeinsam mit der Oper Liège, «Turco in Italia» mit dem Palau de les Arts in Valencia. Gianfranco Mariotti (83), Gründer und Intendant des Festivals, erzählt mit Stolz, dass alle Arbeiten in die Stadt und ins Umland vergeben werden. Das Publikum strömt zahlreich wie nie zuvor. In diesem Jahr wurden für die Veranstaltungen zwischen dem 8. und 20. August mehr als 17 000 Karten verkauft.
Zu den Pfunden des Festivals gehört die Accademia, ein Studio für Belcanto-Gesang. Geleitet wird sie nach wie vor von dem charismatischen Alberto Zedda (88), der ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Henning Klüver
Ach ja, das hätten wir beinahe vergessen: Die Deutsche Phono-Akademie hat mal wieder so richtig gefeiert. Sich selbst. Aber natürlich auch jede Menge «Stars». Und solche, die das noch werden sollen. Dreimal dürfen Sie raten, welche Sängerin bei der Echo Klassik-Gala am 9. Oktober im Berliner Konzerthaus ganz oben landete. Na? Na? Richtig: Anna Netrebko. Und wer hat...
In den letzten Jahren seines Lebens dachte Leos Janácek viel über die Unsterblichkeit nach. Vom Zyklus des Werdens und Vergehens erzählt seine drittletzte Oper «Das schlaue Füchslein». Die letzte, «Aus einem Totenhaus», beleuchtet die Sehnsucht nach Überleben im Schreckensalltag eines Lagers. «Die Sache Makropulos», sein vorletztes Bühnenwerk, behandelt den Traum...
Steh-Oper bei Calixto Bieito? Der frühe Giuseppe Verdi und «Jérusalem», seine erste Grand Opéra für Paris – ein kaum verkapptes Oratorium? Massen, die sich in Zeitlupe über die Szene verbreiten, in kaum merklicher Vorwärtsbewegung, sofern sie sich nicht ganz statuarisch geben?
Nein, darauf läuft es in Freiburg bei der französischen Fassung von Verdis vierter Oper...
