Nomaden vor Donaustauf
Oscar Wildes Sottise, nur Leute, die ihre Rechnungen auch bezahlten, brauchten Geld, sieht sich nicht erst seit der Banken- und Eurokrise ad absurdum geführt. Denn die Regierungen in aller Welt fordern seit Langem stets mehr und mehr Geld, ohne ihre Rechnungen je wirklich bezahlen zu können. Wobei sie bei der Beschaffung der Mittel durchaus Loges Rat an Wotan, «durch Raub!», zu folgen scheinen.
Auch der Göttervater begleicht seine Schuld an Fasolt und Fafner ja nicht aus der eigenen Schatulle; allerdings muss nicht der Steuerzahler den Kopf hinhalten, sondern Alberich, der schlimme Gauch, dessen Gold Wotan durch üble Tricks entwendet. In Linz, im neuen «Rheingold», ist mit dem Edelmetall indes kein großer Staat zu machen: eine Art goldenes Krinolinengestell, mit Geschmeide behangen, dazu ein Brustpanzer und ein goldener Kopfputz. All dies wird um und auf Freia drapiert, um die Riesen endlich zu befriedigen.
Das passt zum Ambiente. Denn «Das Rheingold» spielt in der Inszenierung Uwe Eric Laufenbergs, des ehemaligen Kölner und künftigen Wiesbadener Intendanten, zunächst unter Nomaden: Wotan und seine Familie leben im Zelt und aus Kisten (Bühne: Gisbert Jäkel). Freilich schleppt man ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhard Persché
Die sechs Essays, die Friedrich Dieckmann unter dem Titel «Das Liebesverbot und die Revolution» im Insel Verlag gebündelt hat, sind nicht neu und wurden zwischen 1993 und 2011 erstmals veröffentlicht. Ihren Wert mindert das nicht. Dieckmann ist als Kulturhistoriker ein Essayist im emphatischen Sinn des Wortes: Anschaulich, detailgesättigt, trotzdem skrupulös...
Impressum
54. Jahrgang, Nr 12
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752262
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 12.11.2013
Redaktion:
Albrecht Thiemann (V.i.S.d.P.)
Wiebke...
Mit Recht durfte sich Irland im Oktober ein paar Tage lang als Nabel der Opernwelt fühlen – nicht nur wegen des Wexford Festivals, sondern auch dank der von Antony McDonald stilsicher und geschmackvoll eingerichteten Neuproduktion von Gerald Barrys meisterhafter Oper «The Importance of Being Earnest» in Derry/Londonderry.
In Wexford präsentierte man in drei Tagen...
